Gommern l Von den jungen Leuten, die den Gommeraner Jugendclub am Volkshaus regelmäßig besuchen, wurde Mirko Jekel sehr gut aufgenommen. Der 27-jährige Gommeraner hat zum 1. August die Stelle im Bundesfreiwilligendienst angetreten, die eigens für die Jugendarbeit in Gommern geschaffen wurde. Er unterstützt Regina Hinze, die sich seit Jahren ehrenamtlich im Jugendclub engagiert.

Ein halbes Jahr hatten der AWO Kreisverband und die Stadt Gommern nach einen geeigneten Bewerber gesucht. Auf Facebook war Mirko Jekel schließlich auf das Angebot aufmerksam geworden und hatte sich beworben. Bislang hatte er als Auslieferungsfahrer gearbeitet, war jeden Tag nach Fulda und zurück unterwegs gewesen.

Zeiten kein Problem

Aus diesem anstrengenden Job kennt er auch die ungewöhnlichen Arbeitszeiten, die in der Jugendarbeit verlangt werden. „Früher war ich von 15 Uhr bis 2 Uhr morgens unterwegs“, erinnerte er sich an seinen alten Job. Da sei die neue Arbeitszeit zwischen 14 und 22 Uhr kein Problem. Ganz im Gegenteil.

Im September wird Mirko Jekel einen JuLeiCa-Kurs belegen. JuLeiCa steht für Jugendleitercard. „Ich freue mich schon drauf.“ Er erhoffe sich einige Tipps und Anregungen, die im Jugendclub umgesetzt werden können. Aber auch eigene Ideen will er realisieren. Ihm ist beispielsweise aufgefallen, dass Hilfen für homosexuelle Jugendliche, die es in Gommern genau wie überall gebe, fehlen. Dazu hat er einen Termin mit dem LSVD, dem Lesben- und Schwulenverband in Deutschland, in Magdeburg vereinbart. Erst einmal wenigstens ein paar Flyer auslegen, damit die Jugendlichen sehen, wo sie vertrauensvolle Ansprechpartner finden.

Zwischen zwölf und 27 Jahren sind die Kinder und Jugendlichen alt, die den Jugendclub regelmäßig besuchen. Sie kommen vor allem aus Gommern, aber auch aus den umliegenden Orten wie Plötzky oder Pretzien. „Chillen, Rumfaxen und Schnattern“, zählte Mirko Jekel auf, woran es den jungen Leuten besonders gelegen sei. Wer Zeit hat, kommt schon ab 14 Uhr in den Jugendclub. Die Berufstätigen trudeln meist erst später ein.

Offene Jugendarbeit

Die Jugendlichen machen natürlich mehr als Chillen und Erzählen. Gerade wurde das Holz der Sitzbank neu lackiert. Ihren Grillplatz wollen sie schöner gestalten. „Auch drinnen haben wir etwas umgeräumt“, berichtete Mirko Jekel. Die Verschönerung der Außenwand ist ein weiteres Vorhaben. Dass der Bufdi keine zwei linken Hände hat, kommt den Vorhaben zugute.

Ende 2017 hatten der AWO Kreisverband Jerichower Land und die Stadt Gommern eine Kooperationsvereinbarung für die offene Jugendarbeit unterschrieben.

Dass nach über einen halben Jahr Suche endlich die Bufdi-Stelle besetzt werden konnte, nahm dem AWO-Kreisvorsitzenden Oliver Lindner eine Last von seinen Schultern.

Langfristig Stelle

Allerdings machte er auch klar, dass es nach der auf ein Jahr begrenzten Stelle eine andere Lösung geben müsse. Für eine gute, kontinuierliche Jugendarbeit benötige es eine Fachkraft. Die Überzeugung gibt es im Gommeraner Rathaus genauso. Im September sei ein Treffen mit dem Landkreis Jerichower Land geplant, um auszuloten, welche Möglichkeiten, es für eine geförderte Fachstelle gebe, informierte Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos). Allerdings seien zwei Hürden zu überwinden: Die Finanzierung und einen geeigneten Mitarbeiter zu finden. Ob es die gewünschte Fachstelle für die Jugendarbeit in Gommern geben könne, sei aus heutiger Sicht noch völlig offen.