Wahlitz l Elf Jungen und Mädchen schickt die Kita „Klusspatzen“ im Sommer zur Schule. Leer wird es in der Einrichtung mit derzeit 40 Kindern trotzdem nicht. Noch mehr Anmeldungen liegen vor. „Für 2020 haben wir auch schon acht Anmeldungen“, teilte Kita-Leiterin Ilona Willberg mit. Sie führte die Mitglieder des Jugend-, Kultur- und Sozialausschusses, die ihre letzte Sitzung vor den Kommunalwahlen am Donnerstag in der Einrichtung durchführten, durch das Kita-Gebäude.

Vor 15 Jahren wurde die Kita neu gebaut. Alle Räume sind barrierefrei zu erreichen. Und auch die Wahlitzer Familien, die keine Kinder oder Enkel in der Einrichtung haben, kennen die Kita: Dort ist auch das Wahllokal untergebracht.

Anders gekommen

Als der Neubau geplant wurde, habe die Wahl zwischen einer Kita mit 31 oder 38 Plätzen bestanden, erinnerte sich Walter Schmidt (SPD). Der Vorsitzende des Jugendausschusses ist auch langjähriges Mitglied des Wahlitzer (Gemeinde-) Ortschaftsrates. Angesichts des demografischen Wandels erschien eine Kita mit 38 Plätzen überdimensioniert. „Aber es ist schön, dass es anders gekommen ist, als negativ prognostiziert wurde.“

Morgens um 8.30 Uhr werde das Mittagessen angeliefert, merkte Reinhard Dame (CDU), zugleich Ausschussmitglied und Wahlitzer Ortsbürgermeister, an. „Das kann doch nicht das beste sein.“ Ihm sei klar, dass es wie früher keine eigene Küche für die Kita mehr geben könne, aber ideal sei die jetzige Situation nicht.

Wäre für Wahlitz ein Heißluftofen eine Alternative? Damit hat die Gommeraner Kita „Max & Moritz“ sehr gute Erfahrungen gemacht, berichtete Rita Kunkel (Freie Wählergemeinschaft Leitzkau/Gommern) als Erzieherin und Ausschussmitglied.

Wunsch: Zentralküche

Der Wunsch nach einer Zentralküche in Gommern sei schon mehrfach an ihn herangetragen worden, sagte Gommerns Bürgermeister Jens Hünerbein (parteilos). Allein das Schulzentrum der Ehlestadt besuchen mehr als 1000 Schüler. „Aber was machen wir in den Ferien?“ Das sei betriebswirtschaftlich nicht hinzubekommen, prognostizierte der Stadtchef. Und so ein Heißluftofen passt vermutlich nicht in die kleine Wahlitzer Küche.

Der Mehrzweckraum sei bei den Kindern sehr beliebt, erzählte Ilona Willberg beim Rundgang. Dort könne geklettert, gerutscht und gespielt werden. Vor allem bei schlechtem Wetter ist der Raum sehr wichtig.

Meistens ein Jahr alt

Im Krippenraum werden derzeit sechs Kinder von einer Erzieherin betreut. Theoretisch werden Babys nach der Zeit des Mutterschutzes aufgenommen, praktisch passiert das jedoch sehr selten. Meistens sind die Kinder etwa ein Jahr alt, wenn ihr Krippenbesuch beginnt.

Tüv-Regularien

„Der Raum könnte etwas größer sein“, sagte Ilona Willberg im Gruppenraum der Zwei- bis Vierjährigen. Mit Blick auf den Spielplatz erkundigte sich Reinhard Dame nach den Tüv-Regularien. Die Überprüfung finde jährlich statt, informierte Jens Hünerbein. Hinzukommen regelmäßige Sichtprüfungen durch einen geschulten Mitarbeiter des Bauhofes. Denkbar ist, dass die Eltern einen Arbeitsein-satz starten und die Spielgeräte streichen. Die am 1. Mai diskutierte Idee brachte Axel Struy (FDP) ein. „Stellt die Stadt die Farbe?“ Da gab der Bürgermeister eine klare Zusage und holte gleich noch den Ortsbürgermeister für Brause und Bratwurst ins Boot.

„Backofen, Matschanlage oder das Baumhaus – auf unserem Spielplatz haben wir viel dem Förderverein zu verdanken“, sagte Ilona Willberg. Sie ließ keinen Zweifel offen, dass sich Kinder und Erzieher in der Wahlitzer Kita sehr wohl fühlen.

Für den informativen Rundgang zu Beginn der Ausschusssitzung bedankte sich Walter Schmidt, wie in jeder Einrichtung, die der Ausschuss besucht hatte, mit einer Flasche Wein aus seinem alten Heimatort bei der Kita-Leiterin.