Burg l Auf dem Hof hinterm Feuerwehrgerätehaus in der Brüderstraße öffnet sich das Tor an diesem großen Tag und gibt den Blick frei in den Alltag der jungen Brandschützer. In einem würdigen Rahmen wollen die Jugendlichen das halbe Jahrhundert Bestehen der Jugendfeuerwehr begehen, mit Familienmitgliedern, Freunden und Ehrengästen. „Alle Bürger sind eingeladen“, sagt Matthias Lotsch, einer der beiden Jugendwarte. Der andere, Lars Timmermann, fügt hinzu: „Die Jugendlichen haben einiges vorbereitet.“ Eine Technikschau wird zu sehen sein, und mit einer Löschübung zeigen die Brandschützer ihr Können. Speisen und Getränke werden ebenfalls angeboten.

Um weitere Mitglieder wird geworben

Derzeit zählt die Burger Nachwuchs-Wehr zwölf Köpfe – drei Mädchen und neun Jungs. Und um weitere Mitglieder wird gerungen. „Wir konkurrieren mit den Sportvereinen und den anderen Freizeitangeboten“, sagt Timmermann. Dabei sei der Dienst in der Jugendfeuerwehr, so der Jugendwart, etwas Besonderes. Das findet auch Jo-Ann: „Es ist einfach cool.“ Hier lerne man, Menschen zu helfen, zu retten, „das macht ja nicht jeder“. Ihr gefalle die Gemeinschaft und der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen. „Klar, wenn wir etwas zusammen schaffen wollen, etwa beim Wettkampf, dann streiten wir schon mal darum, wie wir es anpacken. Doch dann raufen wir uns zusammen“, sagt sie, „und wollen gewinnen.“

Jugendliche sehr engagiert dabei

In der Schule werde sie schon mit Respekt auf ihre Mitgliedschaft in der Feuerwehr angesprochen, sagt Angelina und das zeige ihr, „dass bei der Feuerwehr zu sein wichtig ist“. Jeder der Jugendlichen sei engagiert dabei. Neue Mitglieder, davon gibt es aktuell drei, werden schnell integriert. „Hier müssen wir einfach gemeinsam die Aufgaben erfüllen, die uns die Ausbilder stellen“, sagt die Schülerin. „Und das geht nur mit Teamgeist und Kameradschaft.“Diese Einstellungen leben ihre Jugendwarte vor, sagen die jungen Feuerwehrleute: „Ja, sie müssen auch mal streng sein, sie wollen uns doch etwas beibringen.“ Brauche man Hilfe, oder auch mal einen Rat, sind sie immer da, so Jungfeuerwehrmann Sam.

Bilder

1969 waren die Anfänge des Trupps

Auch ein Mann der ersten Stunde wird am Sonnabend beim fest vorbeischauen: Eckhard Burmester. „Ich bin Gründungsmitglied der Burger Jugendfeuerwehr.“ Burmester erzählt aus der Anfangszeit. 1969 sagte sein Vater: „Jetzt ist Schluss!“ Mit dem Rat des Kreises klärte die Wehrleitung ab, dass die Mitglieder der Jugendfeuerwehr nicht an den Ausbildungen der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) teilnehmen mussten, „und von da an waren wir eine eingeschworene Truppe“. Auch an seinen ersten Einsatz erinnert er sich, als Beleuchter bei einem Unfall. „Wir leisteten als Jugendliche Hilfsdienste für die richtigen Feuerwehrleute, als ein Armeefahrzeug auf der Zerbster Chaussee umgekippt war.“ Der Dienst in der Jugendfeuerwehr damals habe ihn geprägt und ordentlich auf seine späteren Aufgaben in der Wehr vorbereitet, so Burmester. Auch heute interessiere er sich dafür, wie es um die Jugendarbeit bestellt ist. Schließlich gehe ja so mancher Jugendlicher später in die aktive Wehr über, und da sollten die Kinder und Jugendlichen gut drauf vorbereitet werden. „So lief es damals, und daran hat sich bis heute nichts geändert.“