Biederitz l „Die Ganztagsausbildung aller Jugendfeuerwehren war eines der Themen, die ich schon in diesem Jahr umgesetzt gesehen haben wollte, leider gab es mit einzelnen Orts- und Jugendfeuerwehren dahin gehend Abstimmungsprobleme“, erklärt Benjamin Müller. Er sieht vor allem im Zusammenhalt der einzelnen Jugendfeuerwehren noch ein großes Manko. „Es ist noch nicht so perfekt, wie es sein sollte“, erklärt er nüchtern, ohne näher darauf einzugehen, welche Jugendfeuerwehren aus dem Verbund ausscheren.

Weder informiert, noch eingeladen

Zumindest lässt er in dieser Richtung etwas anklingen. „Beim Feuerwehrwettbewerb der Kinderfeuerwehren Gerwisch, Woltersdorf und Heyrothsberge war ich als Gemeindefeuerwehrjugendwart weder informiert noch eingeladen“, gibt Müller zu verstehen. Dies empfindet er als Schlag gegen sich und sein Amt. Immerhin wurde ihm bereits von einer Kinderfeuerwehrleiterin offen gesagt, er sei nicht ihr Gemeindefeuerwehrjugendwart. Offene Gräben tun sich also innerhalb der Gemeindejugendfeuerwehr Biederitz auf, die Müller bisher nicht schließen konnte.

Vor allem bei der Organisation hapert es laut Müller noch immer erheblich. Einmal im Quartal habe er eine Jugendleitersitzung durchgeführt, diese extra auf freitags verlegt und dennoch blieben immer Feuerwehrjugendwarte fern. Ebenso ist Müller bisher noch nicht bekannt, wann welche Jugendfeuerwehr welches Ausbildungsthema behandelt und wie viele Feuerwehrjugendwarte und Kinder- und Jugendfeuerwehrbetreuer in den einzelnen Ortsfeuerwehren vorhanden sind. Abgeforderte Dienstpläne und Personallisten fehlen, berichtet Müller, der im engen Kontakt mit Gemeindewehrleiter Carsten Kiwitt steht.

So fehlt der Jugendfeuerwehr in Königsborn noch immer ein neuer Feuerwehrjugendwart. Derzeit üben die Königsborner Floriansjünger mit den Woltersdorfern zusammen, was für Müller nicht glücklich ist. Auf der anderen Seite praktizieren diese Art der Zusammenarbeit die Jugendfeuerwehren Biederitz und Heyrothsberge bereits seit mehr als zehn Jahren und auch die aktiven Einsatzabteilungen gehen immer mehr dazu über gemeinsame Ausbildungsdienste zu absolvieren.

Idee noch nicht verworfen

Erstaunt war Müller aber über die Durchführung des Berufsfeuerwehrtages in Gerwisch, der nach seinen Vorstellungen 2019 gemeindeweit stattfinden sollte. Diese Idee hat er noch nicht verworfen, will sich bei den Gerwischern Erfahrungswerte einholen und mit diesen und den anderen Jugendfeuerwehren gemeinsam planen.

Geplant werden soll für das nächste Jahr auch eine Sommerparty auf dem Gelände der Ortsfeuerwehr Heyrothsberge, dafür soll die Weihnachtsfeier entfallen. Für die gibt es in diesem Jahr, wegen der schwierigen finanziellen Lage der Gemeinde, noch einige Engpässe. „Bisher konnten wir den Kinder- und Jugendfeuerwehrmitgliedern immer ein persönliches, kleines Geschenk machen und den jeweiligen Kinder- und Jugendfeuerwehren etwas für die Ausbildung mitgeben. Das wird in diesem Jahr schwierig, wenn wir keine Sponsoren finden“, erklärt Müller.

Sorge bereitet ihm auch der schwindende Nachwuchs im Allgemeinen. „Die Mitgliederzahlen in den Kinder- und Jugendfeuerwehren sind rückläufig, wir müssen die Nachwuchsgewinnung mehr in den Fokus rücken“, meint der Biederitzer Gemeindefeuerwehrjugendwart. Eine seiner Ideen ist deshalb, die bisher sehr technischen Dienste durch sportliche Angebote aufzulockern, um so die Feuerwehr attraktiver zu machen. „Knotenkunde, Gerätekunde und technische Dienste allein reichen nicht mehr aus“, ist er der Meinung, obwohl er die positiven Ergebnisse in den Wettkämpfen der Gruppenstaffette als Richtwert für eine erfolgreiche und gute Ausbildung anerkennt. „Hier zeigt die Ausbildung Wirkung und das reichlich Herzblut der Jugendwarte dahinter steckt. Daran ist zu sehen, dass die Ausbildung angenommen und das Gelernte verinnerlicht wird“, erklärt er.

Jetzt stehen erst einmal die Planungen für das erste Ausbildungshalbjahr 2019 an. Dabei sollen die Ausbildungsdienste auf ihre Vereinheitlichung hin überprüft werden.