Gommern l „Viel Glück und volle Kassen“, wünschte GCC-Präsident Eckhard Camin, als er gestern Vormittag den Rathausschlüssel an Bürgermeister Jens Hünerbein zurückgab. Bis der Carnevalsverein den Schlüssel am 11.11. um 16.66 Uhr erneut verlangt, liegt er gut gesichert im Tresor des Rathauses.

Die Vorfreude auf November ist bei den Narren groß. Die bevorstehende 60. Session soll groß gefeiert werden. Zum einen zeigte nicht nur der Austausch in den sozialen Medien, wie sehr den Gommeranern und ihren Gästen die Festveranstaltungen fehlten. Zum anderen weiht der Gommeraner Carneval Club (GCC) dann endlich seine neue Heimstatt, die Versammlungsstätte am Volkshaus, ein. Einen „urigen, echten Karnevalsort“ verprach Eckhard Camin. Eine Auftaktveranstaltung soll es noch im November geben.

Zusammenhalt trotz Kontaktbeschränkung

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie verlief die 59. Session „denkwürdig“, wie es die GCC-Mitglieder zusammenfassten, die gemeinsam mit ihrem Präsidenten den Schlüssel zurückgaben. Alle trugen dabei ihre GCC-Masken, die nur ein Beispiel waren, wie der Verein den Zusammenhalt trotz Kontaktbeschränkungen pflegte. „Wir mussten andere Wege gehen“, sagte Hendrik Jankiewicz, Schriftführer des GCC. Das sei dem GCC zwar gut gelungen, „aber das wird nie einen Live-Karneval ersetzen.“

Mit ihrer Idee, ein GCC-Fanpaket für das vorige Wochenende zu schnüren, an dem sonst das Närrische Finale gefeiert worden wäre, hatten die Karnevalisten ins Schwarze getroffen.

Party im eigenen Haushalt

Sowohl im heimischen Gommern als auch bei Fans in Thüringen, an der Oder und selbst am Rhein rief das Paket Begeisterung hervor. Sorgen hatte es zwischendurch jedoch auch gegeben, da sich wegen Eis und Schnee die Zustellung durch die Post verzögert hatte.

Wer wollte, konnte von seiner Party im eigenen Haushalt mit dem Fanpaket ein Foto einsenden und an einer Extra-Verlosung teilnehmen. Dabei wirkte nicht zuletzt die Volksstimme als Multiplikator und sorgte dafür, dass es nun auch GCC-Fans in Egeln gibt, wie Hendrik Jankiewicz erzählte.

Blick auf das Banner

Eckhard Camin berichtete davon, wie am Rhein der USB-Stick mit der Aufzeichnung einer Festsitzung großen Anklang fand, während Heike Speerschneider von einer Party per Skype erzählte. Die Idee ihres Sohnes sei es gewesen, das Mottobild zur 59. Session „Beim GCC die Korken knallen, wenn irgendwann die Masken fallen“ öffentlich in Gommern zu präsentieren. Am Ortseingang in Höhe des Industrieparkes konnten täglich viele Autofahrer einen Blick auf das Banner werfen.

Telefon, WhatsApp und E-Mail nutzt der GCC, um in Kontakt zu bleiben. Die Vorstandssitzungen finden als Videokonferenzen statt. Für März ist der nächste Klönsnack geplant. Sollte das aufgrund der Pandemielage noch nicht möglich sein, wird der Termin in den April verschoben.

Gefallene Masken beim Sommer-Karneval?

Im Juli soll es einen Sommer-Karneval geben, und danach sind alle Augen auf die Jubiläumssession gerichtet. „Hoffentlich mit gefallenen Masken und Korkenknallen“, drückte Jens Hünerbein seine Hoffnung aus. Die zurückliegende Session sei für den Karneval nicht nur in Gommern, sondern in ganz Deutschland eine ordentliche Herausforderung gewesen. Nach der kleinen Tilda war der Bürgermeister der zweite, der den Orden zur 59. Session erhielt.

Jens Hünerbein zeigte sich überzeugt, dass die Freude am Karneval durch Corona nicht nachlassen werde. Heike Speerschneider sah das ähnlich. „Vielleicht lehrt uns die Pandemie, die Feste zu feiern, wie sie fallen.“