Niegripp l Am 1. Februar veranstaltete der Niegripper Carneval Club im Festzelt seine zweite Prunksitzung, sie war der Abschluss der vergangenen Session. „Normalerweise beginnen schon beim Ab- bau die ersten Planungen für die nächste Session“, sagte Jenny Hammer, stellvertretende Vereinsvorsitzende, im Gespräch mit der Volksstim- me. Doch in diesem Jahr kam alles anders. Aus Optimisten seien Realisten geworden. Kaum jemand hätte vorher erwartet, dass der Aschermittwoch am 26. Februar nicht nur das Ende der närrischen Regentschaft, sondern auch das Aus für die großen Pläne einläuten würde.

Vor 40 Jahren, im November 1980, ist der NCC gegründet worden und dieser runde Geburtstag sollte mit einer großen Gala gefeiert werden. Im Februar schien das Virus noch weit weg zu sein, doch schon die für März geplante Mitgliederversammlung musste abgesagt werden. „Und da hätten wir eigentlich alles planen müssen“, erklärte die Vize-Vorsitzende. Dieses Mal sollte nicht nur der Vorstand, sondern Vertreter aus jeder Gruppe das Programm entwerfen, eine Rückschau auf die vergangenen vier Jahrzehnte mit Neuem kombiniert werden. Für so ein großes Vorhaben brauche man auch die Mitglieder.

Viele Gründe für Verschiebung

Bei einer Mitgliederversammlung im Juni – „Natürlich draußen“, wie Jenny Hammer schmunzelnd anmerkte – fiel dann die endgültige Entscheidung. Die Feier zum 40-Jährigen soll nun nicht zur Karnevalshochzeit im Februar, sondern erst zum Beginn der darauf folgenden Session im November 2021 stattfinden. Die Entscheidung fiel einstimmig, alle waren damit einverstanden. Und Gründe dafür gab es zahlreiche. Zunächst einmal ist eine Gala mit zahlreichen Kosten verbunden. „Gema, Zeltaufbau, Techniker, Bühnenaufbau, Plakate, Eintrittskarten, Kostüme, Versicherungen“, zählte sie einige Posten auf. Eine fünfstellige Summe möge da schon zusammenkommen.

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Auf der anderen Seite sei klar gewesen, dass sich ein Abstandsgebot bei einer Prunksitzung nicht einhalten lassen werde. Selbst wenn nur 100 der 300 Plätze im Festzelt freigegeben worden wären, es hätten alle zusammen in einer Gruppe gefeiert. „Und das sollen sie ja auch, nur ist es eben derzeit nicht möglich“, meinte Hammer. So wollte der NCC weder Spielverderber noch verantwortlich für ein Superspreading-Event sein, eine Veranstaltung also, bei der sich möglicherweise Dutzende mit dem Virus infizieren, und sagte ab.

Interne Feier im Oktober

Doch ganz unbemerkt vorübergehen soll die närrische Zeit nicht an den Niegripper Narren. Schließlich sei man immer nur zwischen 11. 11. Und Aschermittwoch präsent. Die Schlüsselgewalt für Niegripp wollen sie sich am 11. November um 11.11 Uhr auf jeden Fall wieder holen. Und auch eine interne Feier soll es im Oktober geben. „Uns selbst können wir auf die Finger hauen, wenn die Regeln nicht eingehalten werden“, sagte Jenny Müller, „mit unseren Gästen wollen wir das aber nicht tun“.

Um ein Jahr verlängert sich dadurch auch die Regentschaft des Niegripper Prinzenpaares Mario II. und Medi I.

Prinzenpaar bleibt

Es wäre schließlich unfair gewesen, ein neues Prinzenpaar zu küren, das nichts zu repräsentieren hat, und wenn die Veranstaltungen anfangen, schon wieder abdanken muss. „Und die beiden haben das auch toll gemacht“, lobte die Vizechefin.