Burg l Wenn für Claudia Meißner der Vorhang fällt, wird sie vieles vermissen: Die Auswahl des Filmprogramms, das Kino mit seinem besonderen Retro-Charme. Vor allem aber eins: „Die Menschen im Team“, sagt die 30-Jährige ohne zu zögern. Nach knapp zwei Jahren als Leiterin des Burg Theaters verabschiedet sich Claudia Meißner Ende August in den Mutterschutz, mit einem weinenden und mit einem lachenden Auge. „Natürlich freue ich mich auch auf das, was kommen wird“, erzählt die werdende Mutter mit einem Augenzwinkern.

Zepter übergeben

Das filmische Zepter übergibt Claudia Meißner für die nächsten eineinhalb Jahre an Johanna Affeld. Ab Ende August ist sie vor und hinter den Kulissen des Burg Theaters für alles rund um Licht, Klappe, Action verantwortlich.

Die gebürtige Magdeburgerin hat es nach zehn Jahren wieder in die Heimat verschlagen. „Film war eigentlich schon immer meine Leidenschaft“, erklärt die 30-Jährige. Nach dem Studium der Kulturen Mittel- und Osteuropas in Leipzig und Berlin mit den Schwerpunkten Film und Kunst, arbeitete sie im Kulturmanagement. Nach Stationen in Ludwigshafen und in Bulgarien, heißt es jetzt: Film ab in Burg. „Das Burg Theater ist ein Ehrenamtskino − das ist in der deutschen Kinolandschaft etwas ganz besonderes“, begeistert sich Johanna Affeld. „Innerhalb von sieben Jahren hat der Verein WeitBlick ein unglaublich tolles Programmkino aufgezogen. Ohne die Arbeit der Ehrenamtler und der Helfer im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres ist das Burg Theater in seiner jetzigen Form nicht denkbar“, weiß die 30-Jährige.

Neuzugänge: FSJler im Kino

Auch da gibt es Neuzugänge. Adelina Hosch, 19, und Elisa Kaufmann, 18, absolvieren seit Anfang des Monats ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Burg Theater. Warum ausgerechnet hier? „Ich kenne das Kino von meiner Mutter. Sie hat hier als Ehrenamtliche gearbeitet und ich fand das immer toll“, erklärt Adeline. Auch Elisa hat die Begeisterung für Film und Theater nach Burg gezogen. „Ich kam hier an und habe mich einfach wohlgefühlt“, erzählt die 18-Jährige. Von reiner Hiwi-Arbeit wie Kaffee kochen und Kopieren sind beide jedoch weit entfernt. „Wir binden unsere FSJler in alles ein: Vom Trailer vorbereiten über die Pflege unserer Internetauftritte bis zum Filme aussuchen sind sie komplett integriert“, so Kinoleiterin Johanna Affeld. Besonders letzteres sei auch eine ihrer Lieblingsaufgaben. „Ich möchte die hohe Qualität des Programms weiterführen“, erklärt die Magdeburgerin.

Denn für seine filmische Feinauslese wurde das Burg Theater bereits wiederholt ausgezeichnet − zuletzt mit dem Kino-Hauptpreis der Mitteldeutschen Medienförderung 2015. Nächstes Highlight im Programm ist die Weiterführung der DEFA-Filmreihe. Am 13. September lockt „Ein irrer Duft vom frischem Heu“ die Burger um 18 Uhr ins Kino. Danach folgt ein Filmgespräch mit den Hauptdarstellern Ursula Werner und Peter Reusse. Der Eintritt ist frei.