Burg (so) l Lokalpolitik hautnah erleben – das durften die 9. und 10. Klassen der Burger Diesterwegschule vor kurzem im Wahlpflichtkurs Politik und Gesellschaft. Landrat Steffen Burchhardt (SPD) tauschte für einen Vormittag den Schreibtisch im Landratsbüro gegen ein Klassenzimmer in der Sekundarschule.

Ungewöhnliche Doppelstunde

Auf diese ungewöhnliche Doppelstunde hatten sich die Jugendlichen besonders ausführlich vorbereitet. Sie führten über 100 Kurzinterviews zu den Themenkomplexen digitale Infrastruktur, Jugend und Freizeit sowie öffentlicher Nahverkehr, um den Landrat mit vielen Fragen löchern zu können.

Die Schülerinnen und Schüler führten eine intensive Diskussion mit dem Landrat. Ein Erlebnis, das auch für den Lokalpolitiker nicht alltäglich gewesen sein dürfte. „Es hat sehr viel Spaß gemacht und ich hoffe, die Schüler haben mitgenommen, wie facettenreich die Arbeit in der Kommunalpolitik ist“, erklärte Landrat Burchhardt.

Kommunalpolitik wirkt auf den Bürger

Entscheidungen, die in Kreistag und -verwaltung getroffen werden, beeinflussten direkt das Leben der Bürgerinnen und Bürger im Jerichower Land. Daher sei es gerade im Hinblick auf die anstehenden Kommunalwahlen toll zu sehen, wie intensiv sich die Jungen und Mädchen für die Politik im Landkreis Jerichower Land interessieren.

Für Uwe Beuster, Schulleiter der Diesterwegschule und Lehrer des Wahlpflichtkurses, ist das Format wichtig, um den Schülern politische Prozesse auf lokaler Ebene möglichst anschaulich darzulegen. „Der Landrat war sehr aufgeschlossen und hat auch kritische Fragen, etwa zur Laga und deren Kosten und Wirkung, zugelassen“, resümiert der Pädagoge.

Es war nicht das erste Mal, dass ein Lokalpolitiker den Weg in den Politikunterricht der Diesterwegschule gefunden hatte. So hat sich im vergangenen Jahr Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) den kritischen Fragen der Schülerschaft gestellt.