Altengrabow/Möser l Detlef Thüm und Richard Haertel sind ein eingespieltes Team. Während der eine mit dem so genannten Göttinger Fahrradlenker, eine Art patentierter Pflanzspaten, ein Loch in die Erde gräbt, steckt der andere die einjährige Eichenpflanze in den lehmhaltigen Boden am Rande des Truppenübungsplatzes Altengrabow. Revierleiter Mario Kühl ist derweil guter Hoffnung, dass die Jungpflanzen dort mit dem Feuchtigkeitsgehalt des Bodens gut anwachsen werden. „Der Standort hier ist ideal für Eichen“, sagt Kühl. Auch drum herum sind noch größere und gesunde Bestände zu finden.

Die knapp ein Hektar große Fläche ist eine von vielen, die nach zurückliegenden Wetterkapriolen neu aufgeforstet wird, denn für die Forstwirtschaft waren die vergangenen Jahre teilweise eine Katastrophe und haben im Bundesforst unter anderem dafür gesorgt, dass etwa die Hälfte der Holzverkaufsmenge als Schadholz eingestuft wurde. Ganze Kulturen, aber auch viele ältere Bäume sind vertrocknet. Besonders die Borkenkäfer, die massenhaft aufgetreten sind, haben beispielsweise 20 Hektar Fichtenbestände vernichtet, resümiert der Leiter des Bundesforstes, Rainer Aumann.

Der Klimawandel verlangt deshalb auch nach neuen Konzepten. So werden allein in diesem Jahr rund 388.000 junge Bäume und Sträucher gepflanzt – davon 155.000 Laubbäume (Eichen, Linden, Buchen, Weiden), 150.000 Nadelbäume (Douglasien, Kiefern, Küsten- und Weißtannen) sowie 33.000 Sträucher (Vogelbeere, Wildapfel, Wildkirsche oder Schlehe). „Einige Aufforstungsflächen sind in diesem Zusammenhang auch Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die Straßenbauverwaltung und andere Planungsträger, die der Bundesforst in deren Auftrag durchführt“, erläutert Aumann. Bei den aktuellen und künftigen Pflanzungen komme es vor allem darauf an, klimatolerante Baum- und Straucharten zu verwenden. „Grundsätzlich werden mehrere Baumarten auf einer Fläche gepflanzt“, sagt Aumann. Und die blühenden und Früchte tragenden Sträucher seien allem für die Insekten- und Vogelwelt eine wichtige ökologische Bereicherung. Grundsätzlich aber müsse der Bundesforst auf einen ausreichenden Anteil an Nadelbäumen achten. Derzeit liegt er bei 44 Prozent. Dies sei ein Mindestmaß, da die Nadelbäume besonders im Winter die angrenzenden Kommunen bei militärischen Übungen vor Lärm, Staub und auch Sicht schützen.