Burg l „Der Wind trägt die wummernden Bässe leise über die Bahnhofstraße. Lockt die Menschen in die Nacht und rein ins Big Ben“, hört man Andreas Scheffler über seine Bar erzählen, dann weiß man dass das Burger Partyherz so manches Wochenende im Takt der Musik der Kultkneipe schlägt: „Wenn hier nichts los ist, dann ist nirgendwo was los“, sagt der Inhaber, der am liebsten nur Andy genannt werden will.

Höhen und Tiefen

Seit 16 Jahren habe er Höhen und Tiefen, Kurioses und viel Schönes erlebt, erzählt Scheffler. Eine seiner Lieblingsanekdoten: „ Was ich besonders lustig finde ist, wenn die Gäste mittags zum Essen kommen – die sonst nur am Wochenende da sind – und fragen ‚Wo sind denn hier die Toiletten?‘ und ich sag dann immer ‚Na, da natürlich, wo sie am Wochenende auch sind. Denkt ihr echt, ich hab für das Wochenende andere Toiletten?‘“ Im Hellen erkennen die Nachtschwärmer den Raum schlicht nicht wieder, erzählt der Gastronom.

Dabei wird direkt deutlich: „Big Ben“ heißt nicht nur Party und Tanzen. Hier gibt es auch Mittagessen, Fußball im Loungebereich und beim normalen Kneipenbetrieb ein offenes Ohr von Inhaber Andreas Scheffler.

Seit der Wende ist er in der Gastronomie tätig. Eröffnete damals bereits eine Kneipe und erfuhr, was es heißt, vom Kneipensterben betroffen zu sein. Ein langwieriges Insolvenzverfahren folgte. „Das waren schwierige Zeiten, die mir bis heute so manches Mal nachhängen“, so Scheffler weiter.

Mutiger Schritt

Ein mutiger Schritt, nach diesem Rückschlag noch einmal eine Kneipe zu eröffnen. Doch der Unternehmer wagte sich in eine erneute Selbstständigkeit, warf alle aufkommenden Zweifel beiseite und eröffnete die Bar „Big Ben“. Was damals als ein Pub begann – daher auch der Name Big Ben – hat sich mittlerweile im Volksmund zur „Glitzerbar“ entwickelt. Das passende Schild gab es deshalb zur Renovierung dazu. Das war ein Highlight für viele Besucher, es wurde bestimmt hundertmal fotografiert“, so Scheffler

Heute sagt er: „Die Entscheidung, es nochmal mit einer Bar zu versuchen, war damals richtig. Ein normaler Bürojob wäre einfach nichts für mich.“ Besonders die verschiedenen Veranstaltungen im Sommer bringen immer wieder die Abwechslung, die sich der Unternehmer wünscht.

Nachts Musik, tagsüber Mittagstisch

Ob ein Seniorennachmittag, Jugendweihen oder ein Tanzabend mit Unterstützung eines Strippers – alles hat es im „Big Ben“ schon gegeben. Besonders die Vielfalt sei es, die die Gäste in die Location zieht. „Immer wieder andere Leute sehen, andere Veranstaltungen. Das ist es, was ich liebe, was mir Spaß macht“, sagt der Gastronom.

Scheffler ist ein absoluter Allrounder. Legt nachts Musik auf, liefert Mittags Essen aus, kocht selbst mit – eine Liste, die man schier unendlich weiterführen könnte. Doch trotz all dem Einsatz von ihm und seinen Angestellten – auch das Big Ben hat schwierigere Zeiten hinter sich. „Es gab mal eine Zeit, da habe ich gedacht ich muss schließen. Doch kurz nachdem dieser Gedanke aufgekommen war, kamen plötzlich wieder Gäste. Zum Glück“, erinnert sich Scheffler. Damit dies nicht nochmal passiert, versucht er seinen Gästen immer wieder etwas Neues zu bieten. Daher denkt sich der Betreiber der Bar mit seinen zahlreichen Partnern, Freunden und Unterstützern regelmäßig neue Veranstaltungen aus.

Open-Air

Sein nächster Streich: Ein Open Air Festival am ersten Sonnabend im August. „Man muss einfach am Ball bleiben und kreativ sein“, so der Gastronom. Um all das auf die Beine zu stellen, ist Andreas Scheffler jeden Tag für seine Kneipe unterwegs. Morgens um 7 oder 8 beginnt sein Tag, abends ist dann das Ende offen. Minimum seien zwölf Stunden und das sechs Tage die Woche. Urlaub gönnt er sich trotzdem: „Das muss zumindest einmal im Jahr sein. Mein Winterurlaub ist mir wichtig. Auch wenn es immer nur kurz ist.“

Damit dem Tausendsassa in seiner raren Freizeit nicht langweilig wird, renoviert er – ganz nebenbei – ein Boot. „Wenn ich mal sonntags nur auf der Couch liege, dann wird mir direkt langweilig. Daran ist mein Körper gar nicht gewöhnt“, fügt Scheffler hinzu. Dabei nickt seine Schwester, sie hilft ihrem Bruder seit der ersten Stunde der Bar: „Wir haben manch eine tolle Party hier im ´Big Ben´ gefeiert. Einmal waren bestimmt 150 Leute hier und fast alle am Tanzen“, erinnert sie sich.

Für die Zukunft wünscht sich das familiäre Team, dass die Gäste weiterhin viel Spaß in der Kneipe haben und auch die neue Sportlounge gerne nutzen. Denn: „Eins steht fest, wenn es Big Ben nicht mehr geben sollte, dann würde in Burg was fehlen“, davon ist Scheffler überzeugt.