Burg l Teile der Burger Kolonie bleiben noch eine Baustelle und werden ab 14. Oktober halbseitig gesperrt. Dann nämlich soll mit der Sanierung des Regenentwässerungsgrabens begonnen werden. Ein Projekt, auf das etliche Anwohner im oberen Teil der Straße seit Langem warten. Wie zum Beispiel Michael Leisenring. Der Geschäftsmann hat erst nach den vergangenen Regenfällen wieder einmal miterlebt, mit welcher Wucht sich das Wasser ausbreiten kann, wenn kein vernünftiger Abfluss vorhanden ist. Binnen kürzester Zeit bildete sich ein See über Grundstücke und Gehwege bis zur Straße. Leisenring griff zum Fotoapparat, um auf die ernste Situation aufmerksam zu machen, weil der Regenabfluss seit Jahren desaströs ist.

Vor seinem Haus sprießt sogar das mannshohe Schilf in den Himmel. „Bei anhaltenden Niederschlägen kommt hier keiner mehr trockenen Fußes durch. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, sagt der Burger. Zwar hat der Landkreis in den vergangenen Jahren immer mal wieder dafür gesorgt, dass die Mulde entkrautet wird, Monate später aber entfalteten sich Schilf und Unkraut wieder. „Warum das gerade hier so extrem ist, weiß auch keiner“, sagt Leisenring.

75.000 Euro für ersten Teil

Jetzt aber soll endgültig Abhilfe geschaffen werden, weil die bisherigen Durchlässe zu klein sind oder zu hoch liegen und sich in den bestehenden Rohren Ablagerungen gebildet haben, die zu einem Rückstau des Wassers führen, begründet Landkreis-Pressesprecher Henry Liebe die Investition. Auf Höhe des Autohauses startet der erste, 145 Meter lange Bauabschnitt, für den rund 75.000 Euro geplant sind.

Das Gesamtvorhaben, das von Landkreis, der Stadt und dem Burger Wasserverband finanziert wird, erstreckt sich über mehrere Jahre. Zunächst wird der westlich der Koloniestraße gelegene Graben saniert, dann der östliche. „Die Westseite hat Vorrang, da dort die Regenentwässerung der Berliner Straße und der Kolonie aus einem geschlossenen System mündet“, begründet Liebe. Zu Beginn der Arbeiten wird dabei ein so genanntes Entspannungsbecken eingebaut. Um den dortigen Rohrkolbenbewuchs zu vermeiden, werden Wabenplatten im Böschungsbereich und in der Grabensohle eingebracht. Laut Plan sollen dann die vorhandenen Durchlässe erneuert beziehungsweise tiefer gelegt werden, so Liebe. Je nach dem Zustand wird anschließend der restliche Grabenbereich ausgebaut. Da einige jüngere Bäume gefällt werden müssen, sind auch entsprechende Ersatzpflanzungen vorgesehen, erläutert Liebe. „Auch der Bankettbereich wird nach den Arbeiten wieder instand gesetzt.“

Arbeiten bis 30. November

Die Arbeiten sollen sich in diesem Bereich bis zum 30. November erstrecken. „Anschließend kann das Niederschlagswasser aus den öffentlichen und angeschlossenen privaten Bereichen wieder problemlos abfließen“, versichert Pressesprecher Liebe. Auch die Unterhaltung der Grabenabschnitte sollte dann einfacher möglich sein. Ähnlich sieht das die Stadt: „Wir haben lange darauf hingearbeitet und sind froh, dass das Problem endlich beseitigt werden kann“, sagte Pressesprecher Bernhard Ruth.

Bilder

Das hofft auch Michael Leisenring. „Wir haben seit Jahren auf die Situation aufmerksam gemacht. Jetzt sind wir froh, dass etwas passiert.“ Seine Fotos mit dem See will er aber auf jeden Fall sicher aufbewahren. „Man weiß ja nie …“