Burg l Petra Waschescio, Redaktionsleiterin der Burger Volksstimme, zog ein knappes Fazit: „Es gibt noch viel zu tun in Burg, aber Burg hat auch ganz schön viel geschafft, vor allem braucht es noch Visionen“. Zusammen mit Redakteur Mario Kraus hatte sie für das Wahlforum der Volksstimme fünf Themenschwerpunkte festgelegt, mit denen sie die sechs Stadtratskandidaten, die der Einladung zum Forum am Dienstagabend gefolgt waren, konfrontierten.

Keine Larifari-Gesprächsrunde sollte es sein, hatte Kraus zu Beginn angekündigt. Mal werde es locker, mal schärfer, aber stets sachlich. Heiko Jerkowski (SPD), Kerstin Auerbach (Die Linke), Markus Kurze (CDU), Udo Vogt (FDP), Einzelkandidat Hans Wolffgang und Gerald Lauenroth (AfD) blickten dem rund zweistündigen Fragenmarathon gespannt entgegen. Volker Voigt (Bündnis 90/Die Grünen), Frank Endert (FEG Endert JL) und Lutz Wernecke (Burger Freie Wähler) konnten den Termin nicht wahrnehmen.

Nur zwölf Veranstaltungen in sechs Monaten

Den größten Raum nahm das Thema ein, das die Burger wohl auch am meisten bewegt: die Landesgartenschau und vor allem die Entwicklung danach. „Die Landesgartenschau hatte 300 000 Besucher, hat die Stadt danach die richtigen Weichen gestellt?“, wollte Petra Waschescio zunächst vom Publikum wissen. „Ja“, meinte Monika Ostermann, die auch als Gästeführerin engagiert ist. Burg habe durch die Laga einen ziemlichen Sprung nach vorn gemacht.

Bei der Weichenstellung habe man sich aber ein wenig wie in einer verkehrten Welt gefühlt, bemerkte Kraus, die CDU sei für eine Verwaltungsvariante gewesen, die SPD hingegen für eine GmbH. „Es gab gute Gründe gegen eine GmbH, schließlich haben wir damit in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht“, begründete Christdemokrat Kurze. Und in der Tat könne man stolz auf das Erreichte sein, allein schon auf den grünen Faden vom Bahnhof bis zum Flickschupark.

Doch Waschescio sah auch Kritikpunkte. So habe sie sich die Laga-Internetseite angesehen, auf der es lediglich 15 Veranstaltungen in sechs Monaten gebe, nur zwei davon im Goethepark, der bei der Landesgartenschau der große Veranstaltungsort gewesen sei. In Wernigerode hingegen gebe es 30 Veranstaltungen in acht Monaten. „Sind wir also auf dem richtigen Weg“, fragte sie Udo Vogt. „Wir sind auf einem guten Weg, aber auch noch in einer Übergangsphase“, meinte der Liberale. Er mochte allerdings den Vergleich mit Wernigerode nicht, schließlich sei die Landesgartenschau dort schon 2006 gewesen, die Harzstadt habe also zwölf Jahre Vorsprung.

Kulturkonzept angemahnt

Aber seien die Laga-Flächen denn angemessen gestaltet worden, fragte Kraus in die Runde der gut 30 Zuhörer. „Die abgeholzten Flächen sind nicht richtig kompensiert, es sieht trostlos aus“, befand Manfred Benndorf. Vogt relativierte. Die Parks seien nach historischem Vorbild angelegt worden und es sei versucht worden, soviel vom Baumbestand zu erhalten wie möglich.

Die Linke Auerbach meinte, dass ein Kulturkonzept fehle, das zusammen mit den Burgern entwickelt werden müsse. „Wir beschäftigen uns mit den Flächen, aber bei der Kultur dümpelt jeder vor sich hin“, meinte sie. Ein zentraler Punkt bei der Laga war die Tourist-Information am Bahnhof. Ob der denn noch der richtige Standpunkt sei, wollte Kraus von Einzelkandidat Wolffgang wissen. Der bejahte den Standort aus zwei Gründen, zum einen wegen der Besucher aus Magdeburg, zum anderen weil so Leben in das Bahnhofsgebäude eingekehrt sei.

Bei der Laga seien nicht nur die Gärten, sondern auch die Altstadt ein Anziehungspunkt gewesen, blickte Kraus zurück. Wie soll das Potenzial ausgenutzt werden, wollte er von Lauenroth wissen. „Mit den Vereinen“, schlug dieser vor. Weitere Themen in der morgigen Ausgabe