Burg l „Genauso soll es auch sein. Wir haben den Anspruch, dass sich alle wohlfühlen“, so der Vorsitzende Christoph Eichwein. Von Hüpfburg, Geschicklichkeitsspielen und leckeren Waffeln angezogen, füllte sich der Hof des evangelischen Gemeindehauses an der Grünstraße mit zahlreichen jungen und jüngsten Gästen. Anziehungspunkt erster Güte: Instrumente zum Ausprobieren. Vom Vater über die Kinder bis zur Mutti formierten sich kurzfristig Familienbands, der Mitglieder nahmen für einen Moment E-Gitarre, Bass und Drumsticks in die Hand und ließen es krachen. Eichwein schaute mit prüfenden Augen zu, gab Hilfestellung und machte Mut: „Manche halten das erste Mal eine Gitarre in der Hand – doch Talente werden so entdeckt.“

Ab 16.30 Uhr wurde der Familiennachmittag von „Norman live“ begleitet. Mit seinem Akustik-Act gab er den Startschuss zum musikalischen Teil der Veranstaltung.

Bühnenerfahrung gesammelt

Mit „Faustxbein“ aus Magdeburg startete das Abendprogramm des Open Airs. Das Punkrock-Trio hat sich 2017 gegründet und sammelt seitdem fleißig Bühnenerfahrung. Nun gaben sie sich in Burg die Ehre. Sänger Dave ist von der Burger Szene begeistert: „Was hier auf die Beine gestellt wird, ist ganz große Klasse. Hut ab vor dem Verein.“ Doch nicht nur neue Bands konnten zeigen, was in ihnen steckt. Die Metal-Urgesteine von „Junkyard“ aus Magdeburg machten dem Publikum klar, dass man als „Fastvierziger“ noch viel Rock`n Roll im Blut und Spielfreude in den Knochen hat. Sänger und Gitarrist Micha weiß über die früheren Zeiten der Band zu berichten. In ihren Anfängen zogen sie über Festivals und Open Airs, von Auftritt zu Auftritt. „Eine wilde Zeit“, bekennt er. Doch mittlerweile haben alle Bandmitglieder Familie, da spiele man nur noch ab und zu und das auf ausgesuchten Bühnen. Burg gehöre dazu. „Unsere Band entstand aus einer Jamsession heraus, und es gibt sie seit mittlerweile zehn Jahren“, so Bandchef Micha. Auch wenn jetzt Arbeit und Kinder an erster Stelle stehen – im Herzen sind sie Rocker geblieben.

Aus Brandenburg spielte eine Band namens „Burley Bastards“ auf. Mit einem Mix aus ehrlichem, kraftvollem, rauem und vielfältigem Punk’n’Roll zeigten die vier Musiker, dass Melodie und Punk auch gemeinsame Wege gehen können. Die Spielfreude der Brandenburger übertrug sich auf die Stimmung der zahlreichen Fans und war einer der Höhepunkte des Abends.

Während die „Burley Bastards“ dem Publikum ordentlich einheizten, fieberten hinter der Bühne fünf Jungs ihrem ersten Auftritt entgegen: On a Knifes Edge.

Zur Premiere haben sich die fünf Burger ein musikalisches Feuerwerk auf ihre Saiten und Drums geschrieben.

Gerade mal ein Jahr als Band zusammen, machen sie seitdem fleißig eigene Songs und feilen unentwegt an ihrer akustischen Brillanz. Die war deutlich zu vernehmen. Über 200 Begeisterte feierten die Band. „So gut hätten wir es uns gar nicht vorgestellt. Wir wussten nicht, wie unsere Musik ankommt. Aber es war ja Party ohne Ende“, so Bandleader Kenny Dorn. Die musikalische Bandbreite der jungen Band ist erstaunlich, die Einflüsse so zahlreich wie die Mitglieder der Band. Dorn dazu: „Die vielen Strömungen des Metal machen die Musik doch erst interessant.“

Einer der maßgeblich zu diesem gelungenen Abend beitrug, ist der Tonmeister von Burg Pro Musik – Micha Kuhna. Mehrere Bands technisch zu meistern, auf ihre Eigenheiten, Vorlieben und Musikstile einzugehen, dafür muss man schon ein Händchen haben. Kuhna erklärt: „Jede Band hat ihre eigene Back-Line, das ist eine echte Herausforderung für jeden Tontechniker.“

Das Team vom Burg Pro Musik zeigte sich zufrieden mit dem Festival: „Unsere Erwartungen wurden weit übertroffen. Gäste und Bands waren super“, so Christoph Eichwein. Am Herzen liegt ihm auch ein ganz besonderer Dank an die evangelische Gemeinde: „Sie stellt uns immer diese Super-Location zur Verfügung und hilft auch sonst bei der Organisation.“