Burg/Genthin/Gommern l „Hier wird alles geklaut, was nicht niet- und nagelfest ist“, sagt Ralf Schmidt. Im Burger Polizeirevier ist er unter anderem für solche Fälle zuständig. Im vergangenen Jahr mussten sich seine Kollegen mit 2200 entsprechenden Fällen beschäftigen. Ein Beispiel aus diesem Jahr: Als ein Mann an einem Montag im März seine Reihengarage in Möckern aufschließen will, merkt er sofort, dass hier Einbrecher am Werk waren.

Tatsächlich: Verschwunden ist sein Moped, eine blaue Schwalbe aus DDR-Produktion, die er viele Jahre gehegt und gepflegt hatte. Er rief die Polizei. Die Beamten kümmerten sich um die Spurensicherung vor Ort. Mitgenommen hatten die Täter auch eine Handkreissäge und weiteres Werkzeug. Den Schaden beziffert die Polizei auf 1200 Euro.

Ob dieser Fall je aufgeklärt wird?

Im vergangenen Jahr war die Diebstahl-Aufklärungsquote mager: Nur bei einem Drittel der Fälle konnten die Polizisten der Staatsanwaltschaft einen Tatverdächtigen präsentieren. Vor zwei Jahren lag die Quote mit 28 Prozent noch geringer.

Zurückgegangen ist die Anzahl der Fahrrad-Diebstähle. Gründe dafür konnte Ralf Schmidt bei der Vorstellung der Statistik im Revier nicht nennen. 387 Räder wurden 2016 als gestohlen gemeldet, im Jahr zuvor waren es noch 538. Schmidt: „Vor einigen Jahren waren es noch mehr als 700.“

Weniger Fälle, aber eine ganz andere Dimension haben die Wohnungseinbrüche: „Schwerpunkte sind die Orte an der Autobahn, wie Lostau, Möser oder Hohenwarthe“, sagte Revierleiterin Nadine Raabe-Goldermann. In diesem Bereich habe sich mit Blick auf die Polizeiarbeit viel getan. Die Anzahl der Delikte ist innerhalb eines Jahres um ein Drittel von 250 auf 170 zurückgegangen. Raabe-Goldermann: „Wir hatten in diesen Bereichen verstärkt zivile und uniformierte Kräfte im Einsatz.“ Hinzu komme die bessere Aufklärung der Anwohner. Ralf Schmidt zufolge passieren viele Einbrüche am Tag beziehungsweise bei Einbruch der Dunkelheit: „Die gut informierten Täter wissen Bescheid, dass die Bewohner außer Haus sind. Es passiert nur ganz selten, dass Bewohner daheim von Einbrechern überrascht werden.“

Die meisten Kriminellen haben sich spezialisiert. Die sogenannten Autoknacker haben 2016 im Jerichower Land 56 Fahrzeuge gestohlen. Schmidt: „Dabei handelt es sich nicht nur um die ganz teuren Modelle.“ Im vergangenen Jahr waren es sogar mehr als 70 Autos.

Zudem bearbeiteten die Polizisten 300 Anzeigen wegen Diebstahls aus dem Auto. Beliebt sind Schmidt zufolge Navigationsgeräte und Handtaschen, aber „auch teures Werkzeug aus Firmenwagen“. Relativ konstant ist in den vergangenen Jahren die Anzahl der Ladendiebstähle, die sich innerhalb von zwölf Monaten um die 300 Fälle bewegt.