Burg l Zu eng. Zu weit weg. Zu wenig bekannt. Um es auf den Punkt zu bringen: katastrophal. So sehen Händler und Bürger die Verlegung des Wochenmarktes im Zuge der Landesgartenschau – weg von der Mitte der Schartauer Straße am Magdalenenplatz, hin zum Gummersbacher Platz. Nach drei Wochen ziehen die betroffenen Inhaber der Verkaufsstände ein erstes Resümee.

Standort

„Wir stehen hier ungünstig“, ärgert sich Reinhard Riedel, Fischermeister aus Güsen. „Der Mensch ist an Gewohnheit gebunden – und die muss sich hier erst einstellen.“ Er selbst verlegte im Bereich des Rolandplatzes seinen Standort um einige Dutzend Meter vor – die Kundschaft blieb aus. „Der Käufer will den Händler da haben, wo er ihn schon immer gefunden hat.“ Auch Peter Burow, Gemüsehändler aus Krüssau, ist erzürnt: „Raus aus dem Zentrum an den Rand der Stadt. Das ist für jeden Händler hier betriebswirtschaftlich fatal.“ Ihm sage der neue Standort am Gummersbacher Platz überhaupt nicht zu. Es fehlen die Geschäftskunden, die Laufkundschaft, diejenigen, die nach Erledigungen in der Stadt noch bei den Händlern vorbeikommen.

Nur zweihundert Meter Entfernung trennen alten und neuen Standort des Wochenmarktes – scheinbar zu viel für die Kunden. „Den Rentnern ist es zu aufwendig, durch die ganze Stadt zum Gummersbacher Markt zu laufen“, so Burow. Das bestätigt die Burgerin Ursula Mahnke: „Der neue Standort ist schlecht für ältere Leute. Es gibt kaum Parkmöglichkeiten rund um den Gummersbacher Platz.“ Sie wünsche sich, dass der Markt auf den Rolandplatz umziehe, wo er für Kunden besser zu erreichen ist.

Gründe

Grund für die Verlegung des Wochenmarktes waren das Sicherheits- und das Brandschutzkonzept. Attraktionen wie die Wegebahn benötigen Platz, der Besucherstrom auch. Traditionell findet der Markt immer an zwei Tagen in der Woche statt: dienstags und freitags in der Zeit von 9 bis 14 Uhr. Der Markt ist eine feste Größe im Alltag der Burger. Die Händler hofften, dass die Besucher den Markt als auch die Schartauer Straße besuchen.

Nach drei Wochen Markttreiben am neuen Standort kann man feststellen, dass die früheren Marktbesucher den neuen Standort noch nicht angenommen haben und die erhofften Einkäufe durch Besucher der Laga bislang ausgeblieben sind: „Die Besucher fahren oder laufen vormittags zu den Laga-Bereichen und kommen frühestens gegen Mittag wieder durch die Stadt. Dann sind wir schon fast wieder weg“, sagt Marcel Bauer aus Tryppehna. Er weiß auch von den anderen Händlern, dass sie lieber am Magdalenenplatz enger zusammengerückt wären, „wir hätten uns mehr in Richtung Kino ziehen können“, doch mit ihnen, den Betroffenen habe niemand gesprochen. „Scha derde um das bunte Markttreiben hier in Burg“, fassen die Händler zusammen.