Landtagswahl in Biederitz

Kritzelei statt Kreuz auf dem Stimmzettel

Unproblematisch lief der Wahlsonntag in den sechs Wahllokalen der Gemeinde Biederitz, wie Gemeindebürgermeister Kay Gericke und Gemeindewahlleiterin Daniela Herrmann berichten. Ein paar Kuriositäten gab im Zusammenhang mit ungültigen Stimmzetteln.

Von Anke Reppin
 Clemens Scherenberg und Robert Stegelitz leeren am Sonntag die Wahlurne in der Ortschaft Gübs, um mit der Auszählung beginnen zu können.
Clemens Scherenberg und Robert Stegelitz leeren am Sonntag die Wahlurne in der Ortschaft Gübs, um mit der Auszählung beginnen zu können. Fotos (2): Anke Reppin

Biederitz - Bei Wahlen kommt es immer auch zu kuriosen Begebenheiten. So berichtet die Biederitzer Wahlleiterin Daniela Herrmann von einem Wähler, der am Sonntag ins Wahllokal kam, um die Stimmzettel zur Landtags- und Landratswahl entgegen zu nehmen. Aber anstatt zu wählen, zerriss er die Stimmzettel. Andere Wähler gehen in die Wahlkabine, doch anstatt Kandidaten oder Parteien anzukreuzen, schreiben sie ihre Meinung auf den Stimmzettel oder malen etwas darauf. Der Stimmzettel gilt damit als ungültig. Ebenso wenig gültig sind nicht unterschriebene Wahlscheine bei der Briefwahl. In der Gemeinde Biederitz kamen auf diese oder andere Weise zur Landtagswahl 2021 insgesamt 83 ungültige Stimmen  zusammen. 4845 der gemeindeweit insgesamt 7076 Wahlberechtigten gaben gültige Stimmen ab.

56, zumeist ehrenamtliche, Wahlhelfer waren in den sechs Wahllokalen in Biederitz, Heyrothsberge, Woltersdorf, Königsborn, Gübs und Gerwisch am Wahlsonntag im Einsatz. „Das hat sehr gut geklappt“, freut sich Gemeindebürgermeister Kay Gericke (SPD) darüber, dass es keine Probleme beim Wahlablauf gegeben hat.

Wahlleiterin Daniela Herrmann war am Sonnabend allerdings noch kurz ins Schwitzen gekommen. Da habe es aus Magdeburg die Information gegeben, dass sich rund 60 ehrenamtliche Helfer kurzfristig abgemeldet hätten – möglicherweise hatten einige die Impfung für Wahlhelfer gegen das Coronavirus mitnehmen wollen, ohne dann am Sonntag tatsächlich im Wahllokal arbeiten zu wollen. Doch in Biederitz meldete sich niemand ab.

Und auch die Wähler waren sehr aktiv. Einige standen am Sonntag bereits um 7.30 Uhr am Wahllokal und waren enttäuscht, dass dieses erst um 8 Uhr öffnete, sagt Daniela Herrmann. Doch die Öffnungszeiten sind streng festgelegt. Alle Wahllokale in Sachsen-Anhalt öffnen und schließen zur selben Zeit.

Die Wahlbeteiligung sei durchweg gut gewesen, schätzen Herrmann und Gericke ein. Am Ende lag sie einschließlich Briefwahl bei insgesamt 69,6 Prozent und damit über dem Landesdurchschnitt. Sie fiel auch höher aus als bei der Landtagswahl 2016.

Kay Gericke bei der Stimmabgabe im Wahllokal in Biederitz.
Kay Gericke bei der Stimmabgabe im Wahllokal in Biederitz.
Foto: Anke Reppin

Dass die Gemeinde wegen der Pandemie am Wahlsonntag keine Stifte zur Verfügung stellte, sei anstandslos von den Wählern akzeptiert worden. Einigen wenigen, die den eigenen Stift vergessen hatten, sei selbstverständlich ausgeholfen worden, sagt die Gemeindewahlleiterin.

„Das war der Testlauf für die Bundestagswahl“, sagt Kay Gericke. Die Gemeinde sei auch darauf gut vorbereitet. Der Aufwand sei wegen der Pandemielage aber erhöht gewesen, betont Daniela Herrmann. Desinfektionsmittel wurden angeschafft und in den Wahllokalen zur Verfügung gestellt und Plexiglasscheiben schützten die Wahlhelfer bei der Ausgabe der Stimmzettel. Außerdem hatte die Gemeinde weitere Wahlkabinen angeschafft, um die Stimmabgabe in den Wahllokalen zu beschleunigen.

Auch der Aufwand durch einen erhöhten Briefwahlanteil habe sich schon im Vorfeld deutlich bemerkbar gemacht, sagt Daniela Herrmann. Während sonst bei Wahlen etwa 600 bis 700 Menschen die Briefwahl in der Gemeinde Biederitz beantragten, waren es dieses Mal rund 1700. Das bedeutete, 1700 Briefe mit Unterlagen zu packen und an die Wähler zu versenden.

Stärkste Kraft zur Landtagswahl wurde in der Gemeinde Biederitz schließlich die CDU mit einem Gesamtergebnis von 39,1 Prozent der Zweitstimmen. Bei den Erststimmen wurde der CDU-Kandidat Markus Kurze mit 35,1 Prozent gewählt.

Die Wahlergebnisse der einzelnen Ortschaften der Gemeinde sind in der Printausgabe der Volksstimme Burg nachzulesen. Es handelt sich um vorläufige Wahlergebnisse.