Burg l Der weitere Umgang mit den ehemaligen Flächen der Landesgartenschau steht in den kommenden Wochen auf der Agenda der Kommunalpolitiker. Die Verwaltung hat eine Beschlussvorlage erarbeitet, in der die Öffnungszeiten, Videoüberwachung und mögliche Drehkreuze thematisiert werden. Erstmals kommt sie am Montagabend im Kultur- und Sozialausschuss auf den Tisch.

Vor rund einem Jahr hatte der Stadtrat das Nutzungskonzept für die Flächen der Landesgartenschau 2018 beschlossen. Seitdem lag deren Bewirtschaftung in der Hand der Landesgartenschau Burg 2018 GmbH. Bis zu ihrer Auflösung am 31. Mai sollte sie Erfahrungen sammeln.

Im Winterhalbjahr früher geschlossen

Parallel dazu wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Nachnutzung begleiten und die noch offenen Fragen diskutieren, beraten und klären sollte. Sie legte den Zaunverlauf fest, regelte die Öffnungszeiten und die Videoüberwachung. Von der Arbeitsgruppe stammt auch der Zeitpunkt der Überprüfung dieser Maßnahmen in diesem Jahr.

Auf deren Grundlage schlägt die Stadtverwaltung nun vor, die Videoüberwachung in der bisherigen Art und Weise fortzuführen. Die zuständige Sicherheitsfirma übernehme derzeit auch die Öffnung und Schließung der Anlagen. Der finanzielle Aufwand liegt derzeit bei rund 4500 Euro monatlich. Bei positiver Entscheidung müsse die Ausschreibung für das kommende Jahr vorbereitet werden.

Sicherung der Anlagen am wichtigsten

Eine Videoüberwachung mit Verschluss der Anlagen sei wirtschaftlicher als eine Überwachung durch Personen. „Die Sicherung der Anlagen sollte oberste Priorität haben, da in die Anlagen immense finanzielle Werte investiert worden und durch die Fördermittel eine Zweckbindung besteht“, heißt es in der Vorlage.

Nach einem Jahr der Erfahrungen zu den Öffnungszeiten schlägt die Verwaltung vor, diese in dem Winterhalbjahr zu verändern. Es habe gerade auch im ersten Vierteljahr sehr viele Vandalismusfälle gegeben. Ein Aufenthalt in den Anlagen nach Untergang der Sonne sei nicht wahrscheinlich. Konkret sollen die Parks von April bis September von 6.30 bis 21.30 Uhr und von Oktober bis März von 6.30 bis 19 Uhr geöffnet sein.

Drehkreuze nicht notwendig

Der Einbau von Drehkreuzen sei nicht erforderlich. Sie waren als Notausgänge gedacht, falls jemand auf dem Gelände eingeschlossen würde. Dies sei bisher erst einmal vorgekommen, außerdem gebe es einen Bereitschaftsdienst des Bauhofes, der eingreifen kann. Die hohe Investitionssumme für die Drehkreuze könne somit eingespart werden.

Die Resonanz, die Maximilian Steib, Leiter der Tourist-Information, von Burg-Besuchern auf die Gärten bekommt, sei durchweg positiv, wie er gegenüber der Volksstimme sagte. Viele Besucher seien schon im vergangenen Jahr zur Landesgartenschau in der Stadt gewesen, würden sich nun noch einmal umschauen, andere hätten es 2018 noch nicht geschafft. Und wiederum andere kämen zu Veranstaltungen, würden das Konzept loben.

Andere Stadt, gleiche Probleme

Die Veranstaltungen sind für Steib auch ein wichtiger Grund, warum es wichtig ist, Zäune um die Anlagen zu haben. „Sonst würde die Vermarktung gar nicht funktionieren“, sagte er. Auch die Videokameras findet er richtig, wenn sie auch keine Verbrechen verhindern, wohl aber zu deren Aufklärung beitragen können. Die Patrouillen durch die neuen Parkwächter und die Videokameras sollten sich ergänzen, beide könnten nicht jederzeit in allen Winkeln sein.

Durch einen Besuch in Aschersleben, wo die Landesgartenschau 2010 stattfand, hat er festgestellt, dass Burg durchaus nicht allein mit den Problemen dasteht. „Auch dort gibt es Vandalismus in den Parkanlagen“, schilderte er. So könne er sich die Anlagen ohne Zäune und Kameras nicht vorstellen.

Zäune und Kameras gegen Vandalismus

Ob Letztere tatsächlich einen Effekt haben, will FDP-Stadtrat Udo Vogt am Montag im Kulturausschuss hinterfragen. Vogt, der bei der Landesgartenschau Vorsitzender des Laga-Vereins war und heute noch als Gästeführer tätig ist, begleitet die Diskussion schon seit längerem. „Wenn die nur da hängen und aus aufgenommenen Vergehen keine Konsequenzen gezogen werden, dann können wir sie uns auch ganz ersparen“, meinte er gegenüber der Volksstimme.