Rettungsdienst

Landkreis Jerichower Land will an Leitstellen festhalten

Eine Neuaufstellung des Rettungsdienstes hat die Barmer-Krankenkasse von der neuen Landesregierung gefordert. Das Jerichower Land sieht sich gut aufgestellt.

Von Thomas Pusch
In der Leitstelle, die im Verwaltungsgebäude des Landkreises sitzt, werden die Einsätze des Rettungsdienstes koordiniert.
In der Leitstelle, die im Verwaltungsgebäude des Landkreises sitzt, werden die Einsätze des Rettungsdienstes koordiniert. Foto: Thomas Pusch

Burg - Einen umfangreichen Forderungskatalog hat die Barmer-Krankenkasse zum Thema Rettungsdienst an die noch zu bildende neue Landesregierung aufgestellt. Ihre Kernforderung lautet, den Rettungsdienst neu aufzustellen, um im 21. Jahrhundert anzukommen. Beim Landkreis Jerichower Land sieht man sich auf Volksstimme-Nachfrage hingegen gut aufgestellt.

„Die Leitstelle ist personell und technisch auf einem sehr guten Stand. Selbst bei angespannter personeller Lage haben die 13 Kolleginnen und Kollegen als Team jederzeit die Funktionsfähigkeit der Leitstelle gewährleistet“, heißt es in der Antwort auf die Frage nach der Einschätzung der Leistungsfähigkeit. Nach wie vor habe der Landkreis Jerichower Land eine der modernsten Leitstellen in Sachsen-Anhalt. Die Zusammenarbeit mit dem Rettungswesen, insbesondere dem DRK sowie den Feuerwehren des Landkreises, funktioniere reibungslos. Ein Gutachten vom Innenministerium aus dem Jahr 2020 habe die Qualität der Leitstellen insgesamt bestätigt.

Kein Geld für mehr Personal vorhanden

Doch auch trotz der Zufriedenheit mit der Qualität sieht man Verbesserungsmöglichkeit. Allerdings sei der Dreh- und Angelpunkt die Finanzierung. „Die Verbesserung der Hilfsfristen kann im ländlichen Raum tatsächlich nur durch noch mehr Personal und Rettungswachen erreicht werden. Es müssten also große Redundanzen vorgehalten werden, gegen deren Finanzierung sich in der Vergangenheit die Krankenkassen gesperrt haben“, so die Einschätzung des Kreises. Die Leitstelle sei bereits professionell organisiert.

In den vergangenen Jahren wurde auch einiges getan, um den Rettungsdienst effektiver zu machen. Dafür hat der Landkreis auf Basis eines Gutachtens zum Rettungsbereichsplan in Zusammenarbeit mit dem DRK alle Standorte der Rettungswachen optimiert, zwei zusätzliche Rettungswachen in Möser und Drewitz geschaffen und zusätzliche Rettungsfahrzeuge angeschafft. Zudem wurden laut Kreisverwaltung alle Abläufe zwischen den Partnern verbessert und in Diskussionsrunden mit allen Beteiligten Verbesserungsmöglichkeiten ausgelotet. Die Kreisverwaltung habe zudem regelmäßig die technische Ausstattung der Leitstelle weiterentwickelt und die Mitarbeiter für ihre Aufgabe geschult.

Lob für engagierte Mitarbeiter

Eine der konkreten Forderungen der Barmer lautet, die Leitstellen in Sachsen-Anhalt auf drei zu reduzieren. Das stößt in der Verwaltung auf keine Gegenliebe. „Der Landkreis lehnt die Zentralisierung von Leitstellen grundsätzlich ab. Wir haben eine gut funktionierende Leitstelle mit engagierten Kolleginnen und Kollegen, die nah dran sind an der Bevölkerung und sich im Landkreis bestens auskennen“, so die Reaktion. Eine Zusammenlegung würde nur geringfügige Einsparungen für die Krankenkassen erzielen. Die bestehenden Leitstellen wären nicht in der Lage größere Gebiete zu betreuen, das heißt, es müssten tatsächlich vollständig neue Großleitstellen errichtet werden. In Anbetracht der vielen bereits getätigten Investitionen hält die Kreisverwaltung das nicht für sinnvoll. Eine eigene Infrastruktur werde ohnehin auch für den Katastrophenstab benötigt.