Kreuzung Kantorwiese Biederitz

Landkreis Jerichower Land: Zebrastreifen könnte Unfälle provozieren

Die Errichtung eines Fußgängerüberweg direkt an der Kreuzung an der Kantorwiese in Biederitz ist unwahrscheinlich. Der Biederitzer Ortschaftsrat will nun weitere Möglichkeiten prüfen, wie eine Verkehrsberuhigung an der Kreuzung Harnackstraße und Bahnhofstraße erreicht werden kann.

Von Anke Reppin
Die Kreuzung an der Kantorwiese, Ecke Bahnhofstraße und Harnackstraße, ist für Autofahrer recht unübersichtlich.
Die Kreuzung an der Kantorwiese, Ecke Bahnhofstraße und Harnackstraße, ist für Autofahrer recht unübersichtlich. Foto: Anke Reppin

Biederitz

Die Fraktion „Aktiv für Bürger“ hatte im Dezember 2020 beantragt, mit Verkehrshelfern den Schulweg der Grundschüler in der Ortschaft Biederitz abzusichern. An „neuralgischen Verkehrspunkten“ entlang der Schulwege sollen diese Verkehrshelfer nach den Vorstellungen der Fraktion den Kindern beispielsweise beim Überqueren der Straße helfen. Es gehe darum, die Schulwege „abzusichern“, hieß es im Antrag, dem der Gemeinderat zustimmte.

Als neuralgische Punkte hatte Aktiv für Bürger die Bereiche des Bahnüberganges in der Woltersdorfer Straße zum Schwarzen Weg sowie die Ecke Herrenkrugstraße/Bahnhofstraße ausgemacht. Insbesondere aber stand auch der Bereich Kantorwiese, Ecke Bahnhofstraße und Harnackstraße, im Fokus. So warb der Biederitzer Ortsbürgermeister Carsten Schneider (Aktiv für Bürger) dafür, sich parallel weiter um Zebrastreifen zu bemühen.

Das Anliegen sei durch die Gemeindeverwaltung zusammen mit der Verkehrsbehörde des Landkreises Jerichower Land erörtert worden, teilte die Gemeindeverwaltung nun dem Ortschaftsrat Biederitz mit, der sich am Mittwochabend erneut mit der Thematik befasste.

In seiner Stellungnahme hatte der Landkreis das notwendige Verfahren zur Errichtung eines Fußgängerüberweges erläutert. Zulässigkeit und Erfordernis eines solchen Zebrastreifens müssten geprüft und beurteilt werden. Der Einschätzung des Landkreises nach ist die Einrichtung eines solchen Überweges an der Kreuzung Kantorwiese nicht ohne Weiteres möglich. Der Fußgängerüberweg würde sich an einer abknickenden Vorfahrtsstraße befinden. Die Kreuzung sei generell sehr unübersichtlich, erklärt der Landkreis. Verkehrsteilnehmer müssten ihre Aufmerksamkeit eher dem Geschehen entlang der Kreuzung widmen und könnten nicht noch zusätzlich Fußgänger beachten, welche die Straße queren wollen. Fußgänger, die den Zebrastreifen nutzen, würden sich wiederum in einer Art Scheinsicherheit wähnen. Das könne Unfälle provozieren, die es ohne Fußgängerüberweg vielleicht nicht geben werde, so die Einschätzung des Landkreises.

Entlang der Harnackstraße könnte es  aber Standorte geben, die für einen Fußgängerüberweg geeignet sind, schätzt die Verkehrsbehörde des Landkreises auch ein. Allerdings: Die Mindestkriterien für die Anlage eines Fußgängerüberweges seien 50 Querungen bei mindestens 200 Kraftfahrzeugen pro Werktagstunde, eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Im vorliegenden Fall sei zweifelhaft, ob diese Frequentierung erreicht werde.

„Um jeden Zweifel auszuräumen, bietet die untere Verkehrsbehörde gern an, in der Harnackstraße Messungen mit dem Verkehrszählgerät des Landkreises durchzuführen“, bietet die Verkehrsbehörde in ihrer Stellungnahme an. Soweit nach einer Auswertung die Frequentierung über den Erwartungen liege, könnte die Gemeinde Biederitz ergänzend Zählungen der Fußgängerquerungen durchführen.

Zu diesen ergänzenden Zählungen hat sich die Gemeindeverwaltung bereit erklärt. Die Zahlen seien auch für die Umsetzung des Verkehrshelfer-Projektes oder den Einsatz von Schülerlotsen wichtig. Auch diese würden „grundsätzlich nur dort eingesetzt, wo ein entsprechend hohes Fußgängeraufkommen vorliegt“, teilt die Verwaltung nach Rücksprache mit der Polizei mit.

Der Ortschaftsrat sei sich einig gewesen, dass ein Zebrastreifen, der nicht direkt an der Kreuzung, sondern weiter hinten in der Harnackstraße angelegt würde, nicht genutzt werden würde, sagt Ortschaftsrat Walter Metscher (Aktiv für Bürger). Die Fußgänger würden direkte Wege nehmen. Den Ortschaftsräten sei außerdem klar, dass diese Mindestzahlen nicht erreicht würden. An dem Anliegen, den Bereich zu beruhigen, würde aber festgehalten. Deshalb sollen weitere Möglichkeiten der Verkehrsberuhigung geprüft werden. So unter anderen eine bestimmte Art der Pflasterung, die den Verkehr beruhigen kann, oder Tempo-30-Bereiche, sagte Metscher.