Lostau l In der Nacht zum 5. April hat vor den Toren Lostaus ein Wolf ein Schaf zur Strecke gebracht. Den Fund meldete eine Bewohnerin des Alten Dorfes. Nur rund 100 Meter von der Bebauung war das gerissene Tier vom Weg aus zu sehen.

Sofort war der zuständige Schäfer Andreas Karwath vor Ort. Seine Herde weidet seit einigen Tagen zwischen dem Lostauer Eisenbahndamm und dem Weinberg.

Junges Tier

Deutlich sind die Kampfspuren im Rasen auszumachen. Der Schäfer kann nachvollziehen, an welcher Stelle das eineinhalbjährige Tier vom Wolf zu Boden gerissen worden und dann über den Rasen fast 30 Meter geschleifft worden war. Das Tier ist teilweise ausgeweidet. Ein abgebissenes Ohr und die Kennmarke liegen im Gras.

Andreas Karwath stehen die Tränen in den Augen. Es war ein noch junges Tier, das tue besonders weh, sagt er und fügt an, dass es nur ein geringer Trost sei, dass nur ein Tier gerissen worden ist. Insgesamt besteht Karwaths Herde derzeit aus mehr als 700 Tieren.

Doch dieses Schaf ist nicht das einzige Opfer, das Karwath an Wölfe verloren hat. Innerhalb von zwei Jahren zählt er acht Angriffe auf verschiedenen Weiden mit rund 40 getöteten Tieren auf. Das Lostauer Tier wurde vom Wolfsbeauftragten untersucht.