Lostau l Erst war es die alte, rote Scheune, die Ziegelstein für Ziegelstein verschwand. Dann folgte das Wohnhaus in der Heidestraße, das zunächst sein Dach und später auch seine Wände verlor. Mit den sichtbaren Arbeiten auf dem Grundstück nährten sich auch die Spekulationen bei den Einwohnern, was auf dem Grundstück einmal entstehen soll. Der Eigentümer, Johannes Loh, hielt darüber bisher eisernes Schweigen. Jetzt aber gibt er einen kleinen Einblick in seine Planungen, die ein neues medizinisch-infrastrukturelles Zentrum für Lostau vorsehen.

„Eines vorweg, die Zahnarztpraxis in der Lindenstraße wird bleiben“, erklärt Johannes Loh, dem die Apotheke im selben Gebäudekomplex gehört. Er ist es auch, der das Eckgrundstück nebenan erworben hat und dort einen Neubau plant.

Dieser Neubau wird aus einem dreigeschossigen Gebäude bestehen, das sich direkt an den Fußgängerweg Lindenstraße anfügen wird. Im hinteren Teil des Geländes wird ein großzügiger Parkplatz entstehen, der über die bisherige Zufahrt zur Apotheke, der Allgemeinmedizinerin und der Zahnarztpraxis zugänglich sein wird. In der Heidestraße wird ein weiterer, kleinerer Parkplatz entstehen, der für die Nutzer des neuen Gebäudes gedacht ist.

Allgemeinmediziner im Erdgeschoss

Johannes Loh hat die Pläne für das spätere Gebäude bereits in der Hand. Er erklärt: „Eine allgemeinmedizinische Praxis könnte das Erdgeschoss des neuen Gebäudes beziehen und dort auf rund 300 Quadratmetern tätig sein.“ Spruchreif ist dies allerdings noch nicht. Gespräche dazu werden aber bereits im Hintergrund geführt.

Für Johannes Loh aber steht fest, dass die weiteren Etagen auch medizinisch genutzt werden sollen. Er wünscht sich in der ersten Etage eine Ergotherapie- und Logopädiepraxis, und auch eine Physiotherapie kann er sich gut vorstellen. Platz wäre nach den Bauplänen durchaus für alle vorhanden. Loh weiß aber auch: Vielen Physiotherapien fehlen schlicht die Mitarbeiter, um sich vergrößern zu können. Außerdem, so Loh weiter, wolle er dem Fachkrankenhaus in Lostau keine Konkurrenz machen, sondern eine bessere medizinische Infrastruktur ermöglichen.

Dieser könnten sich im voll ausgebauten Dachgeschoss noch zwei weitere Praxen anschließen. Loh denkt dabei an eine Chirurgie-, eine Frauenarzt- oder Kinderarztpraxis. „Ich bin derzeit auf der Suche nach Ärzten im ambulanten Bereich, die sich einen solchen Schritt vorstellen könnten“, erklärt er. Denkbar wären für ihn aber auch einfache Büroräume. „Das muss die Zeiten zeigen“, heißt es vom Eigentümer.

Antrag für Ärztehaus gestellt

Zumindest eines aber ist schon mal fix. Der Bauantrag für das neue Ärztehaus ist gestellt. Gern würde der Eigentümer es sehen, wenn noch in diesem Jahr mit dem Bau begonnen werden würde und schon im nächsten die Schlüssel an die Ärzte und neuen Mieter übergeben werden könnten. Loh begründet seine Entscheidung, in Lostau zu investieren mit folgenden Worten: „Ich bin aus dem Dorf und will für das Dorf etwas tun.“

Seine Mutter, Barbara Loh, war es, die 1997, gemeinsam mit dem Allgemeinmediziner Klaus-Dieter Uschmann, das derzeitige Ärztehaus errichtete. „20 Jahre später platzten wir hier aus allen Nähten. Es ist gut, dass wir nun die Möglichkeiten haben, um uns zu erweitern, sowohl die Apotheke als auch die allgemeinmedizinische Praxis“, erklärt Loh, der mit seiner Apotheke nach Errichtung des neuen Gebäudes in die bisherigen Räume der allgemeinmedizinischen Praxis übernehmen möchte.