Möser l Im April 2019 hatte der heutige Gemeinderat Christian Luckau (FDP) Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) sein Tourismuskonzept übergeben. Es soll nach dem Wunsch des Verfassers touristische Ziele in den Ortschaften der Gemeinde weiter entwickeln und fördern. Luckau hat dazu die bestehenden touristischen Ziele aufgelistet und unter anderem Ideen entwickelt, wie das eine mit dem anderen verknüpft werden könnte. Sein mehr als 40 Seiten umfassendes Konzept enthält auch Beschreibungen, Fotos und Karten zu den touristischen Zielen Mösers. Luckau unterbreitet hierin auch Vorschläge zur Entwicklung neuer touristischer Anlaufpunkte, wie etwa einer dauerhaften Freiluftausstellung „Hochwasser“ in Hohenwarthe oder einer Ausstellung „Alter Fritz“ in Körbelitz mit Weiterführung nach Pietzpuhl. Er greift auch auf, dass die Gemeinde Möser ein guter Standort für ein Rallyemuseum und ein Kreisfeuerwehrmuseum sei. Zudem erinnert der Verfasser an Ideen aus der Vergangenheit, wie etwa eine Seilbahn über die Elbe bei Hohenwarthe oder einen kulturhistorischen Erlebnispfad bei Lostau.

Bei der jetzigen Beratung seines Konzeptes im Sozialausschuss wies Luckau erneut darauf hin, dass es sich um eine Ideensammlung handele, die Anregungen geben soll. Ihm sei klar, dass nicht jeder Vorschlag eins zu eins umzusetzen sei. „Die Idee ist, touristische Leuchttürme zu schaffen“, sagte Luckau.

Thomas Voigt (CDU), der auch Ortsbürgermeister von Lostau ist, sprach von einer „Bärenarbeit“, die Christian Luckau mit der Zusammentragung der touristischen Ziele und Ideen geleistet habe. Die einzelnen Ortschaften könnten sich da „das eine oder andere herauspicken“.

Ein Kreisfeuerwehrmuseum

Michael Krause (SPD) sagte mit Blick auf das Konzept: „Es ist wichtig zu wissen, welchen Schatz wir an touristischen Dingen haben.“ Bei einigen Schlussfolgerungen sei er allerdings skeptisch. So beispielsweise, ob sich ein Kreisfeuerwehrmuseum in Möser ansiedeln lasse und vor allem, ob das Aufgabe der Gemeinde sei. Außerdem sei die vorgeschlagene Vermarktung des Alten Fritz in der Gemeinde aus seiner Sicht „ein bisschen Wunschdenken“. Kein Tourist werde extra deshalb nach Körbelitz kommen.

Christian Luckau widersprach dieser Auffassung. Er habe sich bei der Arbeit an seinem Konzept mit der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Verbindung gesetzt. Dort sei ihm bestätigt worden, dass die Region in Sachen touristischer Vermarktung des Alten Fritz noch ein „weißer Fleck“ sei.

Aus Krauses Sicht wird die Gemeinde auch zukünftig keine „speziellen Touristen“ anziehen. Er halte es eher für wahrscheinlich, dass es gelingen könne, mit Rundwegen, die bestehende Ziele einbeziehen, Ausflügler aus der näheren Umgebung anzuziehen. Der SPD-Mann plädierte außerdem dafür, erst einmal das touristische Leit- und Beschilderungskonzept für die Gemeinde umzusetzen und zu schauen, wie das wirkt. „Wir sollten einen Schritt nach dem anderen gehen“, so Krause. Die touristischen Höhepunkte, die im Konzept Luckaus enthalten seien, würden durch das in der Umsetzung befindliche Beschilderungskonzept schon bald ausgewiesen werden.

Sabine Roszczka (Die Linke) sprach sich hingegen für eine Kopplung des touristischen Leit- und Beschilderungskonzeptes mit dem Tourismuskonzept von Christian Luckau aus. Die bereits geplanten Beschilderungen sollten dann gegebenenfalls ergänzt werden.

Christian Luckau sagte, sein Konzept solle Grundlage dafür sein, bestimmte Punkte, auf die das Beschilderungssystem künftig hinweisen werde, „mit Leben zu erfüllen“. Die Vorsitzende des Sozialausschusses, Ingeborg Schwenck (SPD), fasste als Fazit der Beratung zusammen, dass das Konzept als Anregung für Ortschaftsräte und Vereine gedacht sei, an örtlichen touristischen Highlights weiter zu arbeiten.