Wirtschaft

Minister mag Erdbeere

Minister Armin Willingmann besucht Loburger Obstbrennerei pünktlich zur Betriebsumwandlung

Von Stephen Zechendorf
SPD-Landtagskandidatin Elrid Pasbrig und Landeswirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) besuchten in der Loburger Brennerei die Geschäftsführer Erich und Alf Kullmann (v. li.).
SPD-Landtagskandidatin Elrid Pasbrig und Landeswirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) besuchten in der Loburger Brennerei die Geschäftsführer Erich und Alf Kullmann (v. li.). Foto: Stephen Zechendorf

Loburg

Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst, sagt man - und insofern ändert sich für Freunde Loburger Brennspezialitäten nichts: Die Kullmanns tun weiterhin ihren Dienst und brennen weiterhin ihren Schnaps. Zum 1. Mai allerdings hat sich die Betriebsform geändert: Die Obstbrennerei Kullmann & Sohn GbR arbeitet künftig als Obstbrennerei Kullmann GmbH. Geschäftsführer ist der Sohn, Alf Kullmann. Die bisherige Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) bleibt allerdings bestehen. Die GbR verpachtet als Besitzer die firmeneigenen Immobilien in Loburg und am Hauptsitz Reppinchen an die neue GmbH. Unlängst wurde auch eine benachbarte Scheune hinter der Brennerei erworben. Sie soll später ebenfalls als Produktionsstätte genutzt werden.

„Sicherere Rechtsform“

Noch ist der Eintrag im Handelsregister nicht abgeschlossen, erklärte Erich Kullmann am vergangenen Freitag zwei prominenten Besuchern. Der Landesminister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung in Sachsen-Anhalt, Armin Willingmann (SPD), und die SPD-Landtagskandidatin für den Wahlkreis Burg, Elrid Pasbrig, waren zu Gast bei dem Loburger Familienbetrieb. Der Landesminister ist nicht zum ersten Mal in der Schaubrennerei zu Besuch und weiß längst auch die feingeistigen Spezialitäten zu schätzen. Sein Lieblingslikör schmeckt nach Erdbeere. Willingmann lobte den Firmenumbau als vernünftig: „So schön ein Familienbetrieb ist, irgendwann braucht man diese Rechtskonstruktion, die auch ein bisschen sicherer ist.“

Landtagskandidatin Elrid Pasbrig fasste den Besuch in Loburg anschließend so zusammen: „Wenn es um die Verarbeitung regionaler Produkte und deren Vermarktung geht, ist die Loburger Brennerei ein echtes Vorbild in Sachsen-Anhalt.“ Für die Brennerei und das Rittergut von Barby wäre es wichtig, wenn wieder die Gastronomie öffnen darf und Touristen wieder nach Loburg kommen könnten, ist Elrid Pasbrig überzeugt.

Im Oktober 1990 war die Loburger Brennerei in Betrieb gegangen. Ein Einschnitt in der Firmengeschichte war 2013 das Ende des Branntweinmonopols. Das Unternehmen konzentrierte sich daraufhin zunächst auf den Hauptstandort bei Wiesenburg. Im April 2018 öffnete dann die Schaubrennerei in Loburg ihre Pforten. Hier wird seitdem die Produktion erlebbar gemacht. Zeitgleich ging auch das Restaurant im Rittergut nebenan in Betrieb - eine Symbiose vom ersten Tag an. Der Verkauf läuft in der Brennerei aktuell, durch die pandemie-bedingte Schließung der Gastronomie sind die Umsätze jedoch drastisch eingebrochen, sagt Alf Kullmann. Das Unternehmen konnte Unterstützung in Anspruch nehmen und hat für die Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet. Zu Beginn der Pandemie konnten Umsatzausfälle mit der Herstellung von Alkohol für Desinfektionsmittel abgeschwächt werden.