Schulsozialarbeiterin Stefanie Zollenkop startet am 9. September das Projekt "Music is the key" / Lokaler Aktionsplan fördert Vorhaben mit 5500 Euro

Mit Gitarre, Schlagzeug und Bass entsteht in der Berufsschule eine Band

Von Tobias Dachenhausen

Burg l Wenn Stefanie Zollenkop den Musikraum betritt, strahlen ihre Augen. Erzählt sie von ihrem Projekt, merkt man ihre Begeisterung und ihre Motivation förmlich an. Sie ist Schulsozialarbeiterin an der Burger Berufsschule "Conrad Tack". Am 9. September stellt sie die verschiedenen Workshops ihres Musikprojektes "Music is the key" der Öffentlichkeit vor. Ziel ist es, eine eigene Band zu gründen.

Seit Februar ist die engagierte Schulsozialarbeiterin an der Schule und der bloße Schullltag ist ihr zu wenig. "1600 Schüler gehen hier ein und aus. Momentan machen sie einfach nur ihren Unterricht und gehen nach Hause. Es fehlt am Spaß", begründet sie ihre Idee zum Projekt. "Music is the key" soll Jugendliche und junge Menschen auch mit Migrationshintergrund zusammenbringen. "Hier sollen Jugendliche und junge Menschen unterschiedlichster Herkunft und unterschiedlicher Charaktere mit unterschiedlichem Bildungsniveau aufeinander treffen, um gemeinsam etwas Musikalisches zu erschaffen, um so auch gemeinsam Spannungen und Ängste abzubauen", erzählt Zollenkop. Dabei ist das Projekt auch für Menschen zwischen 16 und 27 Jahre offen, die nicht auf die Berufsschule gehen.

Schule als einen Lebensort verstehen

Das Musikprojekt wird in sieben Workshops (Gesang, Schlagzeug, Tontechnik, Keyboard, Gitarre, Bass und Songwriting) unterteilt. Die Workshops werden dann einmal wöchentlich für jeweils 90 Minuten sowohl in den Räumlichkeiten der Berufsschule als auch in der Kreismusikschule "Joachim a Burck" und des Soziokulturellen Zentrums in Burg stattfinden. Dabei profitiert Stefanie Zollenkop auch von der eigenen Musikerfahrung. "Während des Studiums haben wir selbst eine Rockband gegründet, in der ich gesungen habe. Man hat so viele unterschiedliche Leute kennengelernt. Das hat richtig Spaß gemacht", erzählt sie. Welche Art von Band sich an der Berufsschule letztendlich gründe, sei aber von den Teilnehmern abhängig, so die Schulsozialarbeiterin.

Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, den Ort der Berufsschule nicht nur als Lernort zu gestalten, sondern auch als Lebensort verstehen zu lernen. Dies sei besonders wichtig, wenn man sich die steigenden Zahlen der Schulabbrecher anschaue, betont Zollenkop. "Gerade auch Jugendliche aus bildungsfernen Milieus mit schlechten Schulleistungen sollte die Möglichkeit geboten werden, ihre Ressourcen zu entdecken und sich selbst Erfolgserlebnisse zu verschaffen", sagt die Schulsozialarbeiterin.

Teilnehmerplätze sind stark begrenzt

Das Projekt erfährt bereits große Unterstützung. Das SKZ beteiligt sich mit Räumen, Lehrer von der Musikschule und aus Magdeburg stellen sich zur Verfügung. Zudem gab es 5500 Euro aus dem Lokalen Aktionsplan des Landkreises als Förderung, so dass noch verschiedene Instrumente, Verstärker und Lautsprecher angeschafft werden können.

Interessenten können sich bei der Vorstellung am Montag in die Teilnehmerlisten eintragen. Allerdings sind die Plätze stark begrenzt. "Beim Gesang werden es nicht mehr als acht, beim Schlagzeug nicht mehr als drei und bei der Gitarre und beim Bass nicht mehr als sechs, um effektiv arbeiten zu können", nennt Zollenkop Zahlen. Bei zu vielen Anmeldungen werde das Los entscheiden, so die Schulsozialarbeiterin. Auf die Hobbymusiker wartet ab nächster Woche dann allerdings viel Arbeit. Im Dezember sollen erste Ergebnisse präsentiert werden.

Interesse an einer Teilnahme kann bereits per E-Mail an Projekt.musicisthekey@gmail.com bekundet werden. Neuigkeiten und Bilder werden auf Facebook.com/musikprojekt.musicisthekey veröffentlicht.