Verein bringt seine Burg ins Trockene

Mitglieder des Vereins Loburger Weg retten in 500 Arbeitsstunden alte Fachwerkmauer vor Feuchtigkeit

Es tut sich was auf der Loburger Burg. Der Verein „Loburger Weg“ nutzt die coronabedingt besucherfreie Zeit, um anstehende Sanierungsarbeiten durchzuführen.

Von Stephen Zechendorf
Ludwig Dommroese zeigte Stadtmitarbeiterin Birgit Ehrlich die Ergebnisse der jüngsten Arbeitseinsätze.
Ludwig Dommroese zeigte Stadtmitarbeiterin Birgit Ehrlich die Ergebnisse der jüngsten Arbeitseinsätze. Foto: St. Zechendorf

Loburg - Die Vereinsmitglieder des „Loburger Wegs“ haben zwei Gründe, sich auf die Schulter zu klopfen: als Anerkennung und um den Staub der hinter ihnen liegenden Arbeit aus den Klamotten zu klopfen. In Eigenregie haben sie eine feuchte Wand im WC-Bereich des Eingangsgebäudes trockengelegt und den Eingang zum Toilettentrakt neu gestaltet.

Dokumentation an Stadt übergeben

Die Burg ist Eigentum der Stadt Möckern, der Verein nutzt die Burg für seine Vereinsarbeit und als Vereinssitz. Zu pandemiefreien Zeiten werden hier Touristen empfangen und gesellige Veranstaltungen angeboten. Doch die Gäste sollen sich ja wohlfühlen, und dazu gehört auch ein ansprechender Sanitärtrakt.

Am Mittwoch übergab Vereinsvorsitzender Ludwig Dommroese eine Arbeitsdokumentation an die Sachgebietsleiterin für Hochbau und Liegenschaften Birgit Ehrlich und stellte die geleistete Arbeit vor. Rund 500 Arbeitsstunden seien in das Projekt geflossen. Zu fünft habe man sich der Aufgabe angenommen und seit Anfang Juni gearbeitet.

Zunächst habe die feuchte Wand zum Innenhof freigelegt und mit einer Sperrschicht gegen Feuchtigkeit gesichert werden müssen. „Das Fachwerk war deutlich gefährdet“, so Dommroese. Die Regenwasserabführung wurde neu geregelt, der Fußboden erneuert und eine Mauer verstärkt. Nicht neu, sondern wieder freigelegt, ist ein kleines Fenster. Auch wurde zwecks Wärmedämmung eine neue Tür eingebaut.

Alte Saftpresse und alter Strohschneider kommen neu dazu

Auch der Eingangsbereich zur Burg wurde umgestaltet. Es gab Neuzugänge in der Sammlung alter landwirtschaftlicher Geräte im Durchgang zum Hof: eine Saftpresse aus der Zeit zwischen 1800 und 1850 und einen Strohschneider aus den 1930er-Jahren.

Ein wenig saß den Vereinsleuten die Zeit im Nacken, denn für den Sonnabend hat eine Firma den Burghof für eine interne Veranstaltung angemietet.

Die Stadt Möckern übernahm die Kosten der Materialien, freut sich Dommroese. Laut Birgit Ehrlich liegen die Kosten für die Sanierungsarbeiten im WC-Bereich der Burg Loburg bei etwa 1500 Euro. „Wir sind dem Verein sehr dankbar für sein Engagement“, so die Verwaltungsmitarbeiterin.

Ziemlich stilles Jubiläumsjahr

Fürs Erste werden leider nur wenige Besucher die erbrachten Leistungen bewundern können. Auf der Burg Loburg sind vorerst weiterhin keine öffentlichen Veranstaltungen geplant.

Der Verein „Loburger Weg“ kann in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern. Am 4. April 1996 hatten sich neun Bürger bereiterklärt, den Verein zu gründen. Ziel war es, den Tourismus in der Stadt mitzuentwickeln. Die Zielsetzung gilt bis heute. Aus den damals neun Vereinsmitgliedern sind mehr geworden. Heute zählt Ludwig Dommroese etwa 18 Mitglieder zum harten Kern, das Mitgliederverzeichnis listet 42 Mitglieder auf.

Der Innenhof der Loburger Burg wird derzeit wegen der Pandemie kaum für Veranstaltungen genutzt.
Der Innenhof der Loburger Burg wird derzeit wegen der Pandemie kaum für Veranstaltungen genutzt.
Foto: Stephen Zechendorf