Möser l Einen Bilderbuchstart bei der Vermarktung des neuen Wohngebietes „Brunnenbreite II“ in Möser hat die Gemeinde hingelegt. Noch ehe er erste Spaten in der Erde stach, waren bereits 24 der insgesamt 48 Baugrundstücke im Aprikosen- und Mirabellenweg verkauft.

Dabei kamen der Gemeinde ohne Zweifel die Erfahrungen aus der Vermarkung des viel größeren Wohngebietes „Grabenbruch“ Lostau und die vergleichsweise niedrigen Zinsen für Immobilienkredite zugute. „Wer jetzt nicht baut, ist selber schuld“, sagte einer der neuen Grundstückseigentümer passend.

Gutes Zeichen für den Standort

Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) sah aber noch einen weiteren Faktor als entscheidende Größe für die große Nachfrage nach genau diesen Grundstücken. „Das große Interesse nach den Grundstücken ist ein Zeichen für den guten Standort des neuen Wohngebietes und dessen infrastrukturelle Anbindung“, sagte er.

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„Wir wollen eine lebendige Gemeinde, mit jungen Familien und Kindern, damit wir ein zukunftsorientiertes Wachstum haben“, sagte Köppen gegenüber den Anwesenden, zu denen auch die neuen Grundstückseigentümer, Baufirmen, Planer und Gemeinderatsmitglieder gehörten.

Köppens Aussage greift damit im Kern die Strategie der Gemeinde auf. Eben nicht den Statistikern zu überlassen, wie sich die Gemeinde in den nächsten zehn Jahren entwickeln wird. Dafür würden Zuzüge, gerader junger Familie benötigt, für die vonseiten der Politik Bauland zu Verfügung gestellt wird.

Langer Atem bei der Planung

Wie hoch das Thema in der Gemeinde angesiedelt ist, zeigt auch der lange Atem bei Planung und Vorbereitung des Baugebietes. Grundstückskäufe waren notwendig und die Überzeugung der politischen Gremien, was die Notwendigkeit betrifft.

Für die, die bereits jetzt ein Grundstück erworben haben, bevor Bagger und Arbeiter anrücken, ergibt sich zudem die Möglichkeit ihr Wohngebiet von Anfang an entstehen zu sehen. Das dürfte noch mehr Verbindung schaffen, die sicher auch notwendig sein wird, um die neuen Einwohner in den Ort einbinden zu können.

Bedarf für Kita und Schule einberechnet

Infrastrukturell ist dies bereits bedacht. „Wir haben bei den Planungen für das Wohngebiet natürlich den Bedarf für Kita- und Grundschulplätze berücksichtigt und entsprechend in den Gesamtbedarf der Gemeinde eingerechnet“, erklärte Köppen.

Nun geht es auf dem 33.234 Quadratmeter großen Gelände los. „Als Erstes werden die Tiefbauarbeiten starten, dann folgen die Baustraße und die Erschließung“, wie Bauamtsleiter Uwe Gent erklärt. 700.000 Euro nimmt die Gemeinde dafür in die Hand.

5,5 Meter breit

Der u-förmige Aprikosenweg wird als solcher wahrscheinlich als erstes erkennbar sein. Dieser und der Mirabellenweg werden in den Hauptachsen mit der vollständigen Entwicklung des Baugebietes eine Gesamtbreite von 5,5 Metern aufweisen und über Gehwege verfügen.

Die kleineren Nebenstraßen werden als Mischverkehrsflächen angelegt eine Gesamtbreite von 4,75 Metern haben. An den Verkehrswegeverbindungen werden die 700 bis 1200 Quadratmeter großen Grundstücksparzellen angelegt sein.

Spielplatz in der Mitte

In der Mitte des Wohngebietes wird es einen Spielplatz geben. Ob hier ein Aprikosen- und ein Mirabellenbaum von der Gemeinde gepflanzt werden, wird davon abhängen, ob die zukünftigen Einwohner des Wohngebietes sich zur Pflege der Bäume und zur Verwertung der Früchte bereit erklären. Denn, wie Uwe Gent ausführt, ist es nicht erlaubt, Obstbäume an Straßen zu pflanzen.

Bis zur einer möglichen Pflanzung der Bäume soll es allerdings noch etwas dauern. Zunächst werde der Abschluss der ersten Stufe des ersten Bauabschnittes in Auge gefasst. Dieser ist für Oktober anvisiert. „Danach folgt sofort der zweite Bauabschnitt“, versichert Uwe Gent.

Leitungen werden verlegt

Ist das Wohngebiet vollständig entwickelt, wird es über jeweils 1000 Meter Straße und Leitungen verfügen. „Bei der Erschließung werden die Ver- und Entsorgungsleitungen zuerst verlegt und an die bereits vorhandenen Ortsnetze angebunden“, erklärt Gent weiter.

Zum modernen Wohnen wird auch die Telekom ihren Beitrag leisten. Sie hat sich bereit erklärt, das gesamte Wohngebiet mit Glasfasertechnologie bis zum Hausanschluss zu erschließen. Damit dürften Bandbreitenprobleme für die Einwohner des neuen Wohngebietes keine Rolle spielen.