Burg l Gespannte Stille herrschte in der ausverkauften Burger Stadthalle. Dann erklangen die ersten Töne von „Der Junge mit der Mundharmonika“, und wer bis jetzt noch nicht gewusst haben sollte, wer dort auf der Bühne stand, erkannte nun: Michael Hirte. Der war mit eben diesem Instrument und dem Titel „Ave Maria“ 2006 zum „Supertalent“ gewählt worden, nennt sich seitdem „Der Mann mit der Mundharmonika“

Große Gefühle

Am Sonnabend hatte er zum „Adventsfest der Gefühle“ eingeladen. Doch im ersten Teil des Nachmittags vermochte Hirte Gefühle auch ohne weihnachtliche Musik zu erzeugen. „Hier ist alles live, auch die falschen Töne, deswegen singen Sie schön mit wie eben“, begrüßte er die Zuhörer. Mit „Fang das Licht“ erinnerte er an Karel Gott, erinnerte mit einem Medley an die Beatles und fragte, ob denn die Gäste zufällig Freddy Quinn kennen würden. Die Burger kannten und sangen bei „Heimweh“ mit der Zeile „Brennend heißer Wüstensand“ kräftig mit.

Auch Hirte selbst sang. Beispielsweise bei „Ein bisschen Frieden“, das er zusammen mit Simone Oberstein vortrug, einer Künstlerin, die er vor zehn Jahren als Straßenmusikerin entdeckte und mit der er nun die Bretter, die die Welt bedeuten, teilt. „Und nur die“, wie er betonte. Mit „I will always love you“, das vor allem durch Whitney Houston im Film „Bodyguard“ bekannt wurde, zeigte sie ihr beeindruckendes Stimmvolumen.

Live mit kleinen Holprigkeiten

Es war aber nicht alles perfekt beim Nachmittag mit Michael Hirte. Mal war ihm der Titel eines Liedes entfallen, dann funktionierte das Mikrofon seines Gastes Graciano nicht und Hirte verspielte sich sogleich. Doch das alles wirkte sympathisch, folgte dem Motto, dass live eben Life, wie das Leben, ist und tat dem Vergnügen ganz und gar keinen Abbruch.

Immer eine Nähe zum Publikum

Wie auch die Gastmusiker wie eben besagter Graciano und auch Mara Kayser keine Lückenfüller, sondern große Bereicherung für das gesamte Programm waren. Graciano, der schon einen Fernsehauftritt beim Stefan Mross‘ „Immer wieder sonntags“ hatte, brachte „Rote Rosen“ mit, auch Kayser hatte die Blume dabei, streute sie musikalisch auf allen Wegen. Es blieb immer eine große Nähe zum Publikum. Als die Resonanz auf die Frage, ob sie mitsingen mögen, nur recht verhalten war, meinte Kayser: „Natürlich, Sie haben bezahlt, Sie müssen überhaupt nichts tun“.

Nach einer unter die Haut gehenden Version des Steigerliedes bekam das Publikum die Gelegenheit zum Durchatmen. Im zweiten, dem weihnachtlichen Teil, begeisterten Hirte, seine Gastmusiker und nicht zuletzt die vierköpfige Frank-Mario-Band abermals die Damen und Herren in der Stadthalle. Beseelt verließen sie nach dem Konzert den Veranstaltungsort und hatten einen großartigen Start in die Adventszeit miterlebt.