Parey l Etwas Alltägliches wie Hände waschen wurde für Daniela Gummelt allerdings zu einem Problem. Und gerade in der aktuellen Zeit mit der Corona-Pandemie ist das regelmäßige und häufige Händewaschen besonders wichtig. Aufgrund der Inhaltsstoffe in den handelsüblichen Seifen bekam sie Schwierigkeiten mit ihrer Haut und sie begann zu überlegen, was sie dagegen tun könnte. Die bisherigen Produkte waren nicht pflegend genug oder die Inhaltsstoffe trockneten die Haut aus. So konnte es nicht weitergehen, eine andere Lösung musste gefunden werden. Ihre Idee war es schließlich, eigene Seife herzustellen. Bei dieser würde sie dann genau wissen, welche Inhaltsstoffe in der Seife enthalten sind. Die Idee war für sie ein voller Erfolg. Die Hautprobleme verschwanden schon nach kurzer Zeit. „Und seitdem habe ich nur noch meine eigene Seife genommen“, so Daniela Gummelt.

Start mit kleiner Seifenküche im Haus

Doch bei der Herstellung für den Eigenbedarf an Seife blieb es nicht. Ihre nachhaltig hergestellten Produkte sollten in Zukunft ihre berufliche Tätigkeit bestimmen. „Ich wollte mich auch beruflich umstellen, mehr Zeit für die Kinder haben und von Zuhause aus arbeiten. Wenn ich angestellt gewesen wäre, hätte ich nicht so flexibel arbeiten können“, berichtet sie. Doch auch der Aspekt der Nachhaltigkeit bei der Herstellung und auch beim Verkauf war wichtig für sie. Deswegen wird ihre Umsetzung der Seifenherstellung in Parey in der Reihe der Volksstimme zum Thema Nachhaltigkeit aufgegriffen. In dieser Reihe sollen einige Beispiele aus dem Jerichower Land vorgestellt werden, wie es Personen geschafft haben, ihr eigenes Leben oder auch ihre Arbeit nachhaltiger zu gestalten.

„Angefangen hat es mit einer kleinen Seifenküche im Haus. Ich habe zunächst nur recht geringe Mengen für den Eigenbedarf hergestellt“, erinnert sich die Seifen-Herstellerin. Sie wollte dabei auch auf regionale Produkte zurückgreifen. Das gestaltete sich allerdings als gar nicht so einfach. „Da ist man dann schon recht eingeschränkt, denn die Seifenherstellung geht nicht ausschließlich mit Ölen von Sonnenblumen oder Raps.“ Nach einigem Recherchieren fand sie dann schließlich aber doch Hersteller, die sie mit pflanzlichen Ölen versorgten, die keine langen Transportwege zurücklegen mussten. „Zusätzlich verwende ich beispielsweise Sole-Salz aus Schönebeck, Leinöl von der Parchener Ölleinmühle, Schaf- und Ziegenmilch aus der Region oder Kräuter aus der Altmark“, erläutert sie. Als alle benötigten Zutaten besorgt waren, konnte es dann losgehen mit der Herstellung der Seifen für sie selbst und die ersten Kunden.

Deo-Creme kommt gut an

Nachdem die ersten Seifen hergestellt waren, musste sich Daniela Gummelt überlegen, wie sie diese zu möglichen Kunden bekommt. „Ich habe es zunächst auf einigen Märkten versucht und dann stellte sich heraus, dass sich die Seifen auch gut in Unverpackt-Läden verkaufen lassen.“ Da es diese im Jerichower Land allerdings nicht gibt, beliefert sie die Unverpackt-Läden in Magdeburg. Hinzu kamen nach einer Weile weitere Produkte wie eine Deo-Creme. Diese fanden bei den Kunden in den Läden durchaus begeisterte Abnehmer.

Die regionalen Seifen kamen bei den Kunden sogar so gut an, dass Daniela Gummelt im vergangenen Jahr expandierte. „Im Haus wurde es mit der Herstellung der Seifen einfach langsam zu eng“, erklärt sie. Deswegen gibt es nun in Parey eine Seifen-Werkstatt unter dem Namen Nelumbo-Kosmetik, wo die Produkte von Daniela Gummelt und ihren sechs Angestellten hergestellt und im Laden, der direkt neben der Werkstatt liegt, verkauft werden. Es ist dem Team ein Anliegen, dass sie Pflegeprodukte ohne problematische Inhaltsstoffe entwickeln, die die Haut reizen oder austrocknen könnten. Durch die Produkte soll auch das Bewusstsein für handgefertigte Kosmetik mit regionalen Inhaltstoffen gefördert werden.

Ressourcen schonend und natürlich

„Zusätzlich haben wir auch einen Online-Shop eingerichtet“, erklärt die Laden-Inhaberin. Dort können die Kunden sich die nachhaltigen Natur-Seifen überall hin versenden lassen. Nelumbo Kosmetik steht nicht nur für natürliche Pflegeprodukte, sondern auch für eine ressourcenschonende und nachhaltige Herstellung und ein vernünftiges und faires Miteinander der Menschen.

Die Herstellung der Seifen erfolgt ausnahmslos von Hand. Bei der Verpackung der Produkte achtet Daniela Gummelt ebenfalls auf Nachhaltigkeit. „Die Gläser, in denen Produkte verkauft werden, nehmen wir selbstverständlich wieder zurück. Sie können dann bei weiteren Einkäufen wiederverwendet werden.“ Andere Produkte werden lose ohne jegliche Verpackung verkauft. Bei anderen gibt es Verpackungen, die zeigen sollen, dass nicht immer Plastik vonnöten ist, um ein Produkt ansehnlich zu verpacken. „Bei Geschenken sind unsere Dosen aus Span beliebt.“ Diese sehen hübsch aus und sind zudem biologisch abbaubar. „Ich denke, in den letzten Jahren hat sich ein neues Bewusstsein in Sachen Nachhaltigkeit bei den Produkten des täglichen Bedarfs gebildet“, so Daniela Gummelt. Sie verzeichnet wachsende Nachfrage in den Unverpackt-Läden und auch das Interesse der Kunden vor Weihnachten war hoch. „Allein von dem Ladengeschäft in Parey könnten wir allerdings nicht leben, aber die Nachfrage nach regionalen Naturseifen ist beispielsweise in größeren Städten wie Magdeburg recht hoch“, resümiert sie. Um weiterhin auf die Möglichkeiten von Kräutern, Seifen und anderen Naturprodukten aufmerksam zu machen, bieten sie und ihr Team auch regelmäßig Seifen- und Kräuterkurse an.