Burg l Mit den schneeweißen Außenwänden fällt der neue, etwa vier Mal 15 Meter große Bau in der Forststraße schon deshalb ins Auge, weil sich daran der grüne Burger Stadtwald anschließt. Ein Farbtupfer sind drei gelbe Schilder mit der Aufschrift „Hochspannung – Lebensgefahr“. Bei dem Gebäude handelt es sich immerhin um eine Investition von rund einer Million Euro, die die Netzsicherheit in der Stromsparte deutlich verbessern und die Aufnahmefähigkeit des Netzes für erneuerbare Energien erhöhen soll.

„Dieser Bau ist jetzt die zweitgrößte Schaltstation in Burg“, erläutert Mathias Holzberger, Technischer Leiter der Energienetze GmbH. Er dient neben der Station an der Bundesstraße 246a am Industrie- und Gewerbepark (IGP) und dem Umspannwerk Burg, das der Avacon gehört und von den Stadtwerken mit genutzt wird, als Zentrale für sichere Stromversorgung der Stadt Burg. Sieben erdverlegte 15 kV (kilo-Volt)-Leitungen werden über die neue Station gesteuert. Zum Vergleich: Eine normale Trafostation, wie sie beispielsweise in den Ortschaften stehen, wird in der Regel mit zwei kV-Leitungen gespeist. „Deshalb hat die Station hier im Norden der Stadt eine besondere Bedeutung“, versichert Holzberger. Der zweiteilige und 200 Tonnen schwere Fertigbau, dessen erstes Segment Mitte August angeliefert und mit einem 300-Tonnen-Kran auf die richtige Stelle bugsiert wurde, steckt voller modernster Technik. „Dass bis vor wenigen Tagen noch Fachleute jeden Tag acht Stunden hier gearbeitet und alle Leitungen und Schaltstellen zusammengefügt haben, können sich Laien kaum vorstellen“, sagt Holzberger. „Aber das ist Präzisionsarbeit.“ Die Station weist eine Leistung von 630 kVA (kilo-Volt-Ampere) auf.

Die Arbeiten im Umfeld der Anlage sollen noch im Januar abgeschlossen sein. Weil die vorhandene Fläche am Waldrand teilweise versiegelt wurde, sind Ausgleichspflanzungen vorgesehen – konkret zehn Bäume und 80 Sträucher. Nach Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und der Stadt werden zehn Stieleichen sowie 40 Pfaffenhütchen, 20  Weißdorn und 20 Schwarzer Holunder im Frühjahr 2020 in die Erde gesetzt. Apropos weiße Außenwände: Die werden wie alle anderen Trafostationen auch mit typischen Motiven der Region farblich gestaltet. Eine Firma aus Potsdam wurde dafür bereits gebunden, so Stadtwerke-Pressesprecherin Elke Schütze.

Die Stadtwerke Burg Energienetze GmbH sind eine 100-prozentige Tochter der Stadtwerke Burg GmbH und versorgen in der Stadt und den umliegenden Ortschaften bereits mehr als 17.000 Strom- und 6000 Erdgaskunden.

4000 Lichtpunkte erneuert

Seit Januar vergangenen Jahres bewirtschaften die Energienetze für 14 Jahre die Straßenbeleuchtung in Burg und den Dörfern. Dazu zählen rund 4000 Lichtpunkte, die gewartet, instandgesetzt und erneuert werden.