Ihleburg/Burg l Die Stimmung in Ihleburg ist schon lange etwas getrübt. Bereits vor Jahren gaben sich die Fraktionen des Stadtrates in der Ortschaft ein Stelldichein, um den Ortsrat und die Feuerwehrleitung bei der Forderung nach einem Neubau des Gerätehauses zu unterstützen. Klarheit über den Kurs herrscht bis heute nicht – trotz zahlreicher Gesprächsrunden.

Jetzt, kurz vor der Verabschiedung des Haushaltes, erreicht das leidige Thema wieder Stadtrat. Eckard Burmester (CDU/FDP-Fraktion) konnte bei nahezu keiner der vorbereitenden Ausschusssitzungen, die er besuchte, an sich halten: „Wir müssen endlich deutlich machen, dass auch in Ihleburg etwas passiert und sich der Zustand für die Feuerwehr ändert. Nur reden hilft nicht weiter. Eine funktionierende Feuerwehr vorzuhalten, ist eine Pflichtaufgabe der Stadt.“ Auch Fraktionskollege Udo Vogt bezeichnete die Situation auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses als „nicht zufriedenstellend“. Die Stadt müsse auch die Ortswehren im Blick haben und den Ihleburgern nun eine Perspektive aufzeigen.

Kein Geld für Gerätehaus geplant

Fest steht: Im Haushalt für das laufende Jahr, der Mittwoch verabschiedet werden soll, ist kein Geld für das Gerätehaus Ihleburg eingeplant. „Das ist nicht zufriedenstellend, aber wir gehen nun davon aus, dass im Etat für 2021 Mittel für die Planung zur Verfügung gestellt werden, damit 2022 der Bau beginnen kann. Das muss nach den vielen Jahren des Diskutierens endlich machbar sein“, sagt Vize-Ortsbürgermeister Ralf Huchel (CDU). Schließlich habe der Ortsrat im Mai vergangenen Jahres einen klaren Beschluss gefasst, dass der Neubau zwischen Gemeindezentrum und Kindergarten entstehen soll. Auch ein Vertreter der Unfallkasse habe sich den Standort angeschaut. „Wir halten an dem Standort fest“, sagt Huchel. Derweil lancierte der Ihleburger und Stadtrat Frank Endert (AfD/Endert) eine ganz andere Variante an die Öffentlichkeit. Das wäre ein Neubau zusammen mit der Parchauer Wehr, so dass die Ihleburger Jugendwehr dann für sich die alten Räumlichkeiten im Ort nutzen könnte, weil sie mit zu den aktivsten gehört. Parchaus Ortsbürgermeister Lutz Wernecke winkte allerdings ab: „Jeder Ort sollte seine eigene Wehr behalten. Das ist für den Ersteinsatz bei einem möglichen Feuer und Unfall effektiver, und die Feuerwehr bedeutet auch ein Stück Kultur im Dorf.“

Burgs Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD) versicherte, dass die Stadt in jedem Fall an dem Plan für einen Neubau festhalte. „Die Ihleburger sind zweifellos am schlechtesten dran. Und das wollen wir ändern.“ Derzeit werde mit der neuen Stadtwehrleitung die entsprechende Risikoanlayse erarbeitet, die dann eine entscheidende Grundlage für die Finanzierung sei. Rehbaum räumte ein, dass hierbei auf Grund von „internen und personellen Gegebenheiten“ etwas viel Zeit verstrichen sei. „Aber wenn wir mit Innenminister Stahlknecht über den Neubau des Burger Gerätehauses sprechen, haben wir auch Ihleburg im Blick“, sagte er.

Gemeinde bestimmt Planung

Grünes Licht müsse letztlich das Innenministerium geben. Dessen Sprecher Lars Fischer signalisierte grundsätzlich Wohlwollen: „Ziel des Landes ist es, die Feuerwehr im Dorf zu halten. Dazu sind gerade Standorte besonders geeignet, die eine gemeinsame Nutzung als Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehrhaus zulassen.“ Zugleich schiebt das Ministerium den Ball in Richtung Stadt: „Die entsprechende Planung obliegt der jeweiligen Gemeinde. Die Gesamtkonzeption zum Brandschutz der Stadt Burg muss den Standort in Ihleburg als erforderlich enthalten.“

Das aktuelle Feuerwehrhaus an der Berliner Chaussee ist viel zu klein, im Ernstfall müssen die Feuerwehrleute auf dem benachbarten Dorfplatz aufsitzen.