Dannigkow l „Es war hauptsächlich die Idee meines Mannes. Er war immer für Neues zu begeistern. Die Reithalle war sein großer Traum“, sagt Marita Schäfer mit leicht belegter Stimme. Ein Traum, der nun verwirklicht wurde - posthum. Uwe Schäfer verstarb 2016. „Natürlich bin ich traurig, dass er es nicht mehr erleben kann. Aber ich bin auch stolz, es letztendlich zusammen mit meinem Sohn Max gestemmt zu haben.“

2001 zogen Uwe und Marita Schäfer nach Dannigkow. Ihr Grundstück bestand damals aus einem sanierungsbedürftigen Haus, einer abgebrannten Scheune und riesigen Schuttbergen. „Ich dachte ‚Ohje‘ - aber für Uwe war das kein Problem“, erinnert sich Marita Schäfer an die Zeit vor 18 Jahren zurück, als sie nach Dannigkow zogen, und lacht.

Abriss und Neubau folgten. Irgendwann wünschten sich die Kinder ein Pferd. Nach dem ersten Pferd folgte alsbald ein Laufstall. Nicht viel später kamen die ersten Einsteller - Personen, die ihre Pferde auf einem Hof einstellen - hinzu. Eine Koppel wurde zum Reitplatz umfunktioniert. Immer mehr Pferdeboxen entstanden. Die Einstellerzahl wuchs von Jahr zu Jahr. Der Reiterhof Schäfer in Dannigkow nahm immer größere Formen an - und die kleine Bewegungshalle für die Pferde reichte bald nicht mehr aus.

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„Wenn ich mich richtig erinnere, kam uns erstmals 2010 der Gedanke, eine große Reithalle zu bauen. Kurz entschlossen fuhren wir zum Bauamt nach Genthin. Was folgte, hatten wir uns allerdings einfacher vorgestellt, als es letztlich war“, sagt Marita Schäfer.

Ein neuer Bauplan musste erstellt, der Hof und die Grenzen zu den Nachbarn mussten komplett neu vermessen, Einwilligungen der Nachbarn eingeholt, die Statik geprüft werden. „Immer wieder gab es neue Auflagen vom Bauamt in Genthin und unzählige Begehungen - und es ging einfach nicht weiter“, erinnert sich Marita Schäfer an die Planungsphase. „Letztlich musste auch der Leader-Antrag auf Förderung zurückgezogen werden, da wir keine Baugenehmigung erhielten.“

Hilfe für die Familie

Hilfesuchend wandte sich Familie Schäfer an Landrat Steffen Burchhardt (SPD). „Er nahm sich unserer Probleme an und konnte auch helfen. Es war ein langer, steiniger Weg, ehe wir im Oktober 2018 die Baugenehmigung erhielten. Umso stolzer sind wir nun auf das, was wir geschafft haben“, sagt Marita Schäfer.

Am 5. August 2019 ging es los. Ab da lief alles reibungslos. „Dafür möchte ich mich bei allen beteiligten Betrieben und Handwerken und dem bauplanenden und überwachenden Ingenieur bedanken“, so Marita Schäfer.

Am 20. Dezember war es dann soweit. Die Reithalle wurde feierlich eröffnet. Hunderte Gäste kamen, um sich das Schmuckstück anzuschauen. Entstanden ist ein Reitsportjuwel mit großer Strahlkraft weit über die Grenzen Dannigkows hinaus, das das ganze Jahr optimale Trainingsbedingungen für den Reitsport bietet.

Doch Marita Schäfer denkt noch weiter. „Für mich ist es wichtig, einen Reiterhof zu führen, wo alle gern ihre Freizeit verbringen. Unser Ziel ist es, das Dorf mit einzubinden. Weihnachtssingen, Aktivitäten der Feuerwehr, eventuell auch Konzerte - wir sind da für alle Vorschläge offen. Einfach etwas für Dannigkow und für Gommern.“