Bolzplatz für Schermen

Neuer Platz mit alten Toren: Positives Votum des Ortschaftsrats Schermen

Die Ortschaft Schermen soll einen neuen Bolzplatz am Tinselweg kriegen. Der Ortschaftsrat gab dazu jetzt ein positives Votum ab. Ortsbürgermeister Marko Simon (SPD) will nun Einzelheiten zur Umsetzung mit der Gemeindeverwaltung klären.

Von Anke Reppin
Auf dieser Fläche - dem ehemaligen Trainingsplatz - am Tinselweg könnte ein neuer Bolzplatz entstehen.
Auf dieser Fläche - dem ehemaligen Trainingsplatz - am Tinselweg könnte ein neuer Bolzplatz entstehen. Foto: Anke Reppin

Schermen - Er habe immer wieder einmal Anfragen gehabt, ob im Ort nicht unkompliziert ein Bolzplatz geschaffen werden könnte, sagte Ortsbürgermeister Marko Simon am Montagabend im Ortschaftsrat. In den vergangenen Monaten sei er deshalb mit besonders offenen Augen durch Schermen gegangen und gefahren, auf der Suche nach einem geeigneten Gelände. Er habe nach einer Fläche gesucht, wo sich kein Anwohner durch die bolzenden Kinder und Jugendlichen gestört fühle, so Simon.

Alte Sportanlage war mal Bolzplatz

In früheren Zeiten sei die alte Sportanlage in der Nähe der Bocksmühle einmal ein Bolzplatz gewesen, so Simon. Jetzt habe er den ehemaligen Trainingsplatz hinter dem Sportplatz ins Auge gefasst und darüber bereits mit Gemeindebürgermeister Bernd Köppen (parteilos) gesprochen, erklärte der Ortsbürgermeister im Ortschaftsrat. Grundsätzlich spräche nichts dagegen und die Grundstücksfrage sei geklärt.

Die Fläche gehört der Gemeinde. Lediglich der Zugang gehöre einem anderen Eigentümer. Das sei aber ebenfalls unproblematisch zu klären, so Simon.

Darüber hinaus habe er mit dem Sportverein das Gespräch gesucht, sagte der Ortsbürgermeister. Der Verein hätte noch zwei ältere Kleinfeldtore, die für den neuen Bolzplatz genutzt werden könnten. Der Sportverein würde diese zur Verfügung stellen. Simon schlug den Ortschaftsräten vor, dafür dem Sportverein mit Ortschaftsmitteln bei der Anschaffung neuer Tore unter die Arme zu greifen.

Die Tore müssten im Falle der Einrichtung eines Bolzplatzes noch im Boden verankert werden. Um dies umzusetzen, will Marko Simon einen kleinen Aufruf starten. Es soll einen Arbeitseinsatz geben, an dem sich neben Ortschaftsräten auch Eltern und Jugendliche beteiligen, um den Platz herzurichten und die Tore aufzustellen.

Ortschaftsrätin Eveline Lüderitz (FWG) warnte: Es habe schon vor Jahren Überlegungen gegeben, einen Bolzplatz am Sportplatz zu errichten. Damals habe es geheißen, das wäre zu weit weg, da würde keiner hinkommen. Deshalb habe man von der Umsetzung letztlich abgesehen.

Boden soll ordentlich hergerichtet werden

Gisbert Schmidt (FWG) sieht das pragmatisch: „Wir machen ein Angebot und entweder es wird angenommen oder nicht“, sagte er im Ortschaftsrat.

Ortschaftsrat Rolf Bock (SPD) wies darauf hin, dass der Boden für einen solchen Bolzplatz sicherlich erst einmal ordentlich hergerichtet werden müsste.

Insgesamt gaben die Ortschaftsräte ein positives Votum für einen Bolzplatz in Schermen ab. Ortsbürgermeister Marko Simon will nun weitere Schritte mit der Gemeindeverwaltung abstimmen. Außerdem will er für die weitere Umsetzung interessierte Jugendliche und Eltern „mit ins Boot holen“, sagte Simon.

Im Gegensatz zu Fußballplätzen für Wettkämpfe gibt es für Bolzplätze keine Standards, die einzuhalten sind. Das gilt sowohl für die Feldgröße als auch für die Art der Tore. Aus diesem Grund sind Bolzplätze oft kleiner als Fußballplätze oder Sportplätze, die den Normen entsprechen. Dafür sind Bolzplätze auch unkomplizierter umzusetzen.

Wenige Regeln, nur zum Spaß

Das Wort „bolzen“ stammt aus dem Fußballjargon. Es steht für „systemlos Fußball spielen“ oder auch „hart aufs Tor schießen“. Gebolzt wird auf dem gleichnamigen Platz also oft ohne großartige Regeln, just for fun, also nur zum Spaß.

Hinter dem Sportplatz an der Sporthalle befindet sich die geplante Fläche für den Bolzplatz.
Hinter dem Sportplatz an der Sporthalle befindet sich die geplante Fläche für den Bolzplatz.
Foto: Anke Reppin