Interkulturelle Woche

#Offen sein ist das Motto für die nächste Interkulturelle Woche im Jerichower Land

Von Nicole Grandt
Bei der vergangenen Interkulturellen Woche war die Geocaching-Stadtführung sehr beliebt. Das Format könnte wieder aufgegriffen werden. Archivfoto: Nicole Grandt

Burg

In diesem Herbst soll wieder die Interkulturelle Woche im Jerichower Land stattfinden. Wie genau und in welchem Umfang, ist allerdings noch nicht klar, denn das muss sich an dem Verlauf der Corona-Pandemie orientieren. „Ganz konkrete Pläne gibt es noch nicht. Wir haben das in den vergangenen Jahren immer so gemacht, dass es die ersten Vernetzungstreffen für potenzielle Teilnehmer gibt, bei denen dann Ideen gesammelt wurden, aber auch entstanden sind und konkretisiert wurden“, erklärt Philip Müller, Koordinator der Partnerschaft für Demokratie in Burg und dem südlichen Jerichower Land. „Wir wollen die Leute aus den vergangenen Jahren auf jeden Fall gerne wieder mit ins Boot holen und zunächst einmal Erkundigungen einholen, ob es grundsätzlich Interesse oder auch schon Ideen gibt. Wichtig ist auch, dass wir schon ungefähr die Veranstaltungstage aufteilen, damit sich Veranstaltungen und Aktionen möglichst nicht überschneiden.“

Plan B muss mitbedacht werden

Diese ersten Organisationsschritte sollen bei einem digitalen Vernetzungstreffen besprochen werden. „Wir wollen also überhaupt erstmal sammeln, wer was umsetzen könnte. Es gibt zum Beispiel Aktionen, die immer mal wieder aufgegriffen werden und auch funktionieren, wie ein Tag der offenen Tür. Aber in diesem Jahr müssen wir eben auch immer im Hinterkopf behalten, dass wir eventuell auch einen Plan B brauchen, je nachdem, wie sich die Pandemie weiter entwickelt.“ Die Vorbereitungen für die Interkulturelle Woche laufen also jetzt an. „Die Erfahrungen aus dem Vorjahr haben uns gezeigt, wie sich auch in einer Pandemie Räume für Begegnungen und Austausch schaffen lassen“, erklärt Philip Müller weiter. „Mit meiner Kollegin Elke Förste aus Genthin sammele ich auch gerade Möglichkeiten, was für uns machbar wäre. Und wir achten darauf, dass wir immer ein digitales Alternativangebot haben, falls eine Veranstaltung mit physischer Präsenz doch nicht umsetzbar ist.“

Die Interkulturelle Woche im Jerichower Land findet vom 26. September bis 3. Oktober unter dem Motto #offen geht statt. Mit dem neuen Motto sollen sich viele Assoziationen verbinden lassen, die für die Ziele der Interkulturellen Woche stehen: offen sein im Herzen und im Geist, offen sein für Begegnungen, für neu Dazukommende, neue Erfahrungen, neue Perspektiven, neue Freunde. „Für all das bietet die Interkulturelle Woche Raum“, kündigt Müller an.

Digitale Stadtführung wieder möglich

Vergangenes Jahr im September konnten zumindest einige Veranstaltungen der Interkulturellen Woche wie zuvor geplant stattfinden. „Während dieser Zeitspanne war es zumindest möglich, Aktionen wie Meet a jew durchzuführen“, erinnert sich Müller an einige Highlights aus dem vergangenen Jahr. „In der Kirche mit genügend Abstand und Masken war das möglich, aber nach den derzeitigen Regeln würde das ja ausfallen müssen.“ Im vergangenen Jahr etablierte Philip Müller auch eine Geocaching-Stadtführung mithilfe der App Actionbound. Bei dieser Smartphone-App kann man ganz individuelle Routen erstellen und diese mit einem Quiz, Schätzfragen, Duellen unter den Spielern und vielem mehr ergänzen und so spielerisch seine Umgebung kennenlernen. „Man kann die App auch immer weiter ergänzen, man kann neue Routen erstellen, Bilder hinzufügen“, erläutert Müller. Stadtrundgänge sind an sich nichts Neues, aber er wollte dieses Konzept anders angehen und um den neuen digitalen Aspekt erweitern. „Geocaching hat sich bereits etabliert, viele Menschen machen das mit ihrem Smartphone und diese Idee, mit diesem Gerät Orte zu erkunden, wollten wir aufgreifen und für unsere Zwecke umstrukturieren.“ Einen Testlauf mit rund zehn Teilnehmern im buchstäblichen Sinne gab es im Rahmen der interkulturellen Woche im vergangenen Jahr. Dafür wurde eine Route erstellt, die sich mit dem Thema Zuwanderung in Burg beschäftigt. Weitere Themen rund um Burg sind möglich, das können historische Themen sein, aber auch aktuelle. „Man kann diesen Rundgang in der App auch unterbrechen, wenn man die Strecke zeitlich nicht schafft oder vielleicht das Wetter nicht mitspielt“, führt Philip Müller aus.

Fachstelle hat eine neue Adresse

Trotz Pandemie sollte der Umsetzung dieser Idee eigentlich wenig im Wege stehen. „Dabei ist man ja an der frischen Luft, die Leute können sich auf der Route verteilen und man ist auch nicht zeitlich an einen Termin gebunden“, beschreibt er die Aktion, die er hofft fortzuführen. „Dieses Format werde ich am Mittwoch beim Vernetzungstreffen auf jeden Fall mit auf den Tisch bringen.“

Beim Online-Vernetzungstreffen werden nicht nur die erste Ideen besprochen, sondern es wird auch über finanzielle Fördermöglichkeiten informiert. Aufgerufen sind alle Träger, Vereine, Organisationen, Initiativen und Interessierten, die Vorschläge einbringen wollen, wie auch in diesem Jahr wieder eine vielfältige Interkulturelle Woche im Jerichower Land gestaltet werden kann.

 Die Koordinierungs- und Fachstelle der Partnerschaft für Demokratie Burg und südliches Jerichower Land ist übrigens umgezogen und ist jetzt in der Bruchstraße 24 in Burg zu finden.

Philip Müller, Koordinator der Partnerschaft für Demokratie in Burg und dem südlichen Jerichower Land.
Foto: Partnerschaft für Demokratie