Burg l „Lachsrot“ – Chantal lacht, die Arme tief in der Plastikschüssel auf dem Tisch. Mit beiden Händen drückt sie ein T-Shirt unter Wasser. Neben ihr verschwinden auch Neles Hände in einem Meer an Farbe: „Karibik“, erklärt sie, heißt das tiefe Blau. Ihr Shirt schimmert weißlich unter der Wasseroberfläche.

„Wir färben heute die T-Shirts für unsere Aktion zu One Billion Rising“, erklärt Christina Etzold. Sie ist seit November Leiterin des Tea-Treffs. Zusammen mit Julia Grohmann vom Jugendtreff U27 organisiert sie ein vom Paritätischen Jugendwerk (PJW) gefördertes Wochenende ganz im Zeichen von „One Billion Rising“ – auf deutsch „eine Milliarde erhebt sich“ – gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, für Gleichberechtigung.

Jede dritte Frau erfährt Gewalt

Die Aktion wurde im September 2012 von der New Yorker Künstlerin und Feministin Eve Ensler ins Leben gerufen. Die „Milliarde“ bezieht sich auf eine Statistik der Vereinten Nationen: Jede dritte Frau wird in ihrem Leben entweder vergewaltigt oder Opfer schwerer Körperverletzung.

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Dagegen will „One Billion Rising“ seit sechs Jahren jedes Jahr weltweit eine Milliarde Menschen zum Aufstehen bewegen – gegen Gewalt, gegen Unterdrückung, für Frauenrechte, auch in Burg.

Mit einer Choreografie, die jedes Jahr in vielen Städten Deutschlands und der Welt getanzt wird, will „One Billion Rising“ ein Zeichen setzen.

Aktionstag

Zwar findet der eigentliche Aktionstag erst am 14. Februar statt. Trotzdem basteln die Kinder und Jugendlichen schon an diesem Wochenende ihre Shirts unter Anleitung der beiden Betreuerinnen.

„Ich finde den Tag sehr wichtig“, erklärt Julia Grohmann. Zusammen mit Christina Etzold will sie das Bewusstsein für Gleichberechtigung schon bei den Kindern und Jugendlichen schaffen. Aber nicht nur bei den Mädchen: Im Soziokulturellen Zentrum finden sich an beiden Aktionstagen auch viele Jungs ein.

Dass die gar nicht so viel Lust auf den Tanz zum Song „Break the Chain“, auf deutsch „Spreng die Kette“, haben? Macht nichts. „Wir beschäftigen uns erst einmal mit den Inhalten“, sagt Christina Etzold. Zu schnellen Pop-Klängen ruft das Lied zu einem friedvollen, gleichberechtigten Miteinander auf: Sicher leben in einer Welt ohne Gewalt.

Bei diesen Inhalten finden sich die Kinder und Jugendlichen wieder, der Bogen zu ihrem eigenen Alltag aus Schule, Familie und so manchen Streitereien ist schnell geschlagen. „Mobbing ist auch Gewalt“, weiß Chantal. Nele fügt hinzu: „Jeder Mensch ist gleich.“ Auch dafür steht die Aktion „One Billion Rising“: für Solidarität, unabhängig von Herkunft und Geschlecht.