Lostau l Beim Landkreis Jerichower Land und über die Gemeinde Möser habe die Seniorenvertretung beantragt, dass Schild zu versetzen, erklärte der Vorsitzende der Seniorenvertretung Möser, Wolfgang Rust, bei deren jüngster Sitzung. Nun läge die Antwort vor. Das Schild bleibe, wo es ist, habe der Landkreis als untere Verkehrsbehörde erklärt.

Nicht nur aus der Sicht von Wolfgang Rust steht das Schild zu weit in der Ortslage Lostaus, noch hinter Sporthalle und Kindertagesstätte. „Ich sehe es als Bürgerwillen an, dass das Schild wieder vor die Sporthalle gesetzt wird“, sagte Rust.

Lutz Baumgarten erklärte, das zu weit in den Ort hinein stehende Eingangsschild verursache eine „gefährliche Situation“. Nicht nur, dass dadurch an Sporthalle und Kita noch keine 50 km/h gelten würden – kurz hinter dem Ortseingangsschild befänden sich auf beiden Straßenseiten der Landesstraße 52 Bushaltestellen für den Schülerverkehr. Das gefährde Schulkinder.

Alternative wäre Vorziehen der 50er-Zone

Wolfgang Rust schlug vor, von einer Positionierung des Lostauer Ortschaftsrates abhängig zu machen, ob die Seniorenvertretung an dem Thema dranbleiben oder sich mit der Antwort des Landkreises zufrieden geben soll.

Beim Ortschaftsrat am Dienstagabend in Lostau kamen Wolfgang Rust und Lutz Baumgarten deshalb mit den Ortsräten ins Gespräch. Die positionierten sich eindeutig: Das Schild soll wieder vor die Sporthalle versetzt werden.

Schild soll wieder vor die Sporthalle

Ortsbürgermeiser Thomas Voigt sagte, er fände es ohnehin nicht gut, dass fast täglich „die ganze Autobahn“ durch seinen Ort fahre, nur 2,50 Meter an seinem Haus vorbei. Er ist sich sicher: „Wer zum Sport oder zum Kindergarten muss, der wäre froh, wenn hier eine 50er-Zone wäre.“

Ortschaftsrat Christian Luckau meinte, eine mögliche Alternative wäre, nicht das Ortseingangsschild zu versetzen, sondern die 50er-Zone vorzuziehen.

Eine Ermessensfrage?

Sowohl Voigt als auch Luckau sprachen sich, wegen der Bushaltestellen und des Schülerverkehrs gleich hinter dem Ortseingangsschild, außerdem dafür aus, die 30er-Zone ab dem Ortseingangsschild einzurichten. Sie gilt derzeit erst ab einige hundert Meter tiefer in den Ort hinein. Sie war in diesem Sommer eingerichtet worden, weil sich hier ein Seniorenheim befindet.

Wolfgang Rust erklärte, da der Ortschaftsrat ebenfalls dafür sei, würde sich die Seniorenvertretung jetzt erneut der Sache annehmen. „Aus meiner Sicht ist das eine Ermessensfrage“, sagte Rust. Der Landkreis könne das veranlassen, ist er sich sicher.

50 km/h zwischen Kita und Sporthalle

Die Debatte um das Ortseingangsschild am Sportpark Lostau gleicht einer unendlichen Geschichte. Als im Jahr 2005 die Kindertagesstätte am Sportpark in Lostau gebaut wurde, beantragte die Gemeinde die Versetzung des Schildes auf der Landesstraße 52 in Richtung Körbelitzer Kreuzung, Bundesstraße 1. Der Ortseingang sollte schon vor der ersten Bebauung mit Sporthalle und Kita ausgewiesen werden. Schon im sensiblen Bereich von Kita und Sporthalle sollten somit 50 km/h gelten.

Doch der Antrag wurde abgelehnt. Erst 2007 setzte sich die Gemeinde mit ihrem Anliegen durch. Das Schild wurde versetzt und stand nun vor dem Sportpark.

Verwaltungsamt pfeift Landkreis zurück

Später soll hier nach Angaben der Seniorenvertreter „ein wichtiger Mensch“ in diesem Bereich geblitzt worden sein, der sich mit Verkehrsmaßnahmen auskenne. Auf seine Klage hin soll das Landesverwaltungsamt in Halle verfügt haben, dass das Ortseingangsschild im November 2011 wieder zurück versetzt wurde. Die Gemeinde war hierüber nicht informiert worden. Bürgermeister Bernd Köppen hatte mit Unverständnis auf die neue Situation reagiert: „Ich halte diese Entscheidung für unmöglich und völlig unvernünftig.“ Die stark frequentierte Zufahrt zum Kindergarten und Sportplatz liege damit wieder „auf freier Strecke“.

Begründet hatte das Landesverwaltungsamt seine Entscheidung damit, dass ein Ortseingangsschild dort zu stehen habe, wo eine „geschlossene Bebauung“ beginne, die eine direkte Zufahrt zur Straße hat. Die Zufahrt zur Kita in Lostau sei nur eine Nebenstraße. Fahrzeugführer müssten erkennen können, dass eine Ortschaft beginne. Das sei in Lostau am Sportpark nicht der Fall. Auch seien hier keine Fußgänger und Radfahrer gefährdet, weil es einen vollständig ausgebauten Fuß- und Radweg und einen breiten Grünstreifen zur Straße hin gebe.

Mitte Dezember 2011 verfügte dann der Landkreis, dass zwar nicht das Ortseingangsschild zurück versetzt werde, aber das Tempo der Autofahrer solle schrittweise von 80 auf 50 km/h schon vor dem Ortseingang gedrosselt werden. Nur wenige Wochen danach wurde diese Geschwindigkeitsreduzierung auf Anweisung des Landesverwaltungsamtes wieder einkassiert.

Geschlossene Bebauung ist ausschlaggebend

In die Debatte um das Schild kam damit aber keine Ruhe. Immer wieder wird das Thema in Sitzungen von Ortschaftsräten, im Gemeinderat oder im Bau- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Möser angesprochen. Auch die Seniorenvertretung der Gemeinde wird nicht müde, sich dafür einzusetzen, dass Ortseingangsschild zurück an die Stelle versetzen zu lassen, wo es die Lostauer gerne sehen möchten: vor dem Sportpark.