Loburg l Nicht zum ersten Mal war die Idee Thema im Loburger Ortschaftsrat: Soll der Marktplatz vor Loburgs Rathaus als Parkfläche freigegeben werden? Auch am Montagabend ging es wieder einmal darum. Dieses Mal aber aus gegebenem Anlass: Wenn am Ostermontag das neue Jahreszeitenhaus im Barbycafé und die Schaubrennerei eröffnet werden, rechnen Veranstalter und Ortschaftsrat mit hohem Verkehrsaufkommen.

In der Ratssitzung bat der Barbyhaus-Besitzer Robert Dahl daher schon vorab um Verständnis: „Das wird bereits einen Tag später schon wieder anders aussehen“, glaubt er. Dennoch wolle man sich um weitere Stellflächen in direkter Umgebung des Gutshauses bemühen. Direkt links neben dem Gutsgelände sollen 26 neue Parkplätze entstehen, dazu werde der Bereich bis zu den Gärten mit Schotter befestigt. Kein Gartenpächter müsse Sorge um seinen Garten haben, hieß es am Montagabend.

Würde wahren

Auf lange Sicht werde diese Fläche nicht reichen, glaubt Robert Dahl und bietet an, sich auch finanziell an einem Parkplatzkonzept für den Rathausvorplatz zu beteiligen. Er kenne dies aus anderen Städten, wo der Marktplatz an marktfreien Tagen beparkt werden darf: „Natürlich muss man sehen, dass die Würde von Rathaus und Denkmal gewahrt bleibt“, so Dahl. Der Unternehmer, der mit den „Karls Erdbeerhöfen“ andersorts Besucherscharen mobilisiert, widersprach in Loburg dem Bericht der BILD, die geschrieben hatte, er wolle Loburg zu einer Touristenhochburg machen. Auch mit Blick auf die Eröffnung am Ostermontag sagt er: „Ich möchte Loburg ja nicht zur Last fallen.“

Nachdem zunächst überlegt worden war, wegen der Doppeleröffnung die Landesstraße 55 (aus Richtung Lindau) am Ostermontag komplett zu sperren, soll es nun eine Temporeduzierung auf 20 Kilometer pro Stunde im Bereich des Münchentores und Markts sein.

Als zusätzliche Parkflächen sollen am Ostermontag die Loburger Burgwiese sowie Discounter-Parkflächen genutzt werden. Der Kleingartenverein hat zudem seine Parkflächen angeboten, die Freiwillige Feuerwehr Loburg will an den Parkplätzen als Einweiser behilflich sein.

80. Geburtstag

Bereits am Ostersonntag werde man die Feier schon einmal im Kleinen üben, verriet Robert Dahl, der selbst Nachfahre der Familie von Barby ist. Denn dann feiert sein Onkel im sanierten Barby-Familiensitz seinen 80. Geburtstag.

Er wolle das kulturelle Leben der Stadt Loburg nach Kräften unterstützen, versprach Robert Dahl im ungewöhnlich gut besetzten Ratssaal: „Unsere gastronomischen Angebote funktionieren nur in einem lebendigem Ort.“

Dass sich der Unternehmer über Loburg schlau gemacht hat, bewies er gleich darauf: „Ich habe ein altes Foto von der Gaststätte ,Prinz von Preußen‘ gesehen, die an Stelle der heutigen Sporthalle stand. Ich würde auf eigene Kosten eine optische Nachbildung der früheren Ansicht an die Seitenwand bringen lassen.“ Eine entsprechende Visualisierung habe er in Auftrag gegeben, damit man sich das besser vorstellen kann. „Wenn man von Süden nach Loburg kommt, sieht es dann auf den ersten Blick so aus, als ob das alte Gebäude noch da steht“, so Robert Dahl.

Walnusshütte

Auch bei einer weiteren Problematik könnte sich der Geschäftsmann als hilfreich erweisen. Auf Nachfrage von Jan Blaue erklärte Dahl, er könne sich vorstellen, im Bereich des Padegrimer Bushaltestopps eine „Walnusshütte“ aufzubauen, die als wetterfeste Unterstellmöglichkeit für wartende Fahrgäste dient.