Burg l Mit den Wahlergebnissen vom 26. Mai sind sie recht zufrieden, so gelang nach zehn Jahren der Wiedereinzug in den Burger Stadtrat. Nun wollen sie für noch mehr grüne Akzente im Jerichower Land sorgen. Rüdiger Claus und Sandra Krugel, die beiden neuen Kreisvorsitzenden von Bündnis 90/Die Grünen, stellten sich bei einem Redaktionsbesuch im Gespräch mit Newsdesk-Leiterin Dr. Petra Waschescio sowie den beiden Reportern Mario Kraus und Thomas Pusch vor.

Umwelt- und Artenschutz

„Vor allem geht es natürlich um unsere Kernthemen“, sagte Claus, die nach einer Zeit in der Schweiz wieder in seinem Elternhaus wohnt und zum Ortsbürgermeister von Magdeburgerforth gewählt wurde. Umwelt- und Artenschutz, Stärkung und Erhaltung des ländlichen Raums, Förderung von nachhaltigem Tourismus und Landwirtschaft. Die Folgen des Klimawandels müssten zu Einschränkungen führen, dafür solle das Bewusstsein entwickelt werden.

Verständnis für Landwirte

„Durch die Entwicklung werden wir als Partei anders wahrgenommen, die Umwelt spielt eine größere Rolle, das ist unsere Herausforderung“, fügte Krugel hinzu. Die gebürtige Berlinerin ist mittlerweile seit 20 Jahren in der Region beheimatet. Lokale Politiker vor Ort, die machen für sie auch den Unterschied aus. „Ich rede auch mit dem Bauern neben an und kritisiere, dass er zuviel düngt“, nannte sie ein Beispiel. Auf der anderen Seite habe sie auch Verständnis für die Existenzängste der Landwirte und dass man an über Generationen geübten Praktiken festhält. Andererseits: „Wir müssen uns drehen, die Wissenschaftler bestätigen, dass es fünf vor Zwölf ist“.

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Persönlicher Kontakt

Dass es in der Kommunalpolitik auch auf den persönlichen Kontakt ankommt, bekräftigte Claus. Es gehe um realistische und sinnvolle Ziele wie die Ökolandwirtschaft. Oder auch den sanften Tourismus, zu dem auch ein schon längere Zeit geplantes Radwegenetz im Jerichower Land sehr gut passen würde. Oftmals würden Projekte mit dem Hinweis auf fehlende Landesmittel scheitern. „Man muss aber auch versuchen, andere Finanzierungsquellen zu erschließen. Die Beteiligung der Bündnisgrünen an der Landesregierung sei dabei Fluch und Segen zugleich.

Dinge verändern

„Mit der CDU gehen für mich bestimmte Sachen nicht“, meinte Krugel. Auf der anderen Seite könne man, wenn man an den Schalthebeln der Macht sitzt, auch Dinge verändern. Dabei sei man lange nicht mehr mit dem Image der strickenden Bundestagsabgeordneten behaftet. Vielmehr gehe es darum zu hören, was den Menschen auf den Nägeln brennt, und grüne Politik nicht dogmatisch umzusetzen. „Es kann doch sein, dass jemand mal die Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Ostern nutzt und auf Fleisch verzichtet“, nannte sie ein Beispiel. Vielleicht verzichte er dann ganz auf Fleisch oder zumindest auf solches aus Massentierhaltung. Mit Verboten habe das nichts zu tun, eher mit Erkenntnis.

Mit 20 Mitgliedern sind Bündnis 90/Die Grünen im Jerichower Land eher eine kleinere Partei. „Wir stehen ja aber erst am Anfang“, strahlt der neue Kreisvorsitzende Optimismus aus.