Gommern/Bahnhof Büden l Aus dem Urlaub direkt in die Geschwindigkeitskontrolle – so erging es einer Autofahrerin in Bahnhof Büden. Gommerns Regionalbereichsbeamte (RBBs) der Polizei, Nadin Hesse und Karsten Dannemann, hatten gerade das Messgerät eingestellt, als schon beim ersten Auto das Warnsignal ertönte. Mit 64 Kilometern in der Stunde (km/h) wurde die Autofahrerin gemessen. Erlaubt sind innerorts nur 50 km/h. Minus der Toleranz von drei Stundenkilometern blieben noch elf km/h und damit ein Verwarngeld in Höhe von 25 Euro übrig.

Kein Führerschein dabei

Die Autofahrerin mit Magdeburger Kennzeichen ließ sich das Messgerät und die Messung erklären. Weil sie keinen Führerschein dabei hatte, wurde sie von Karsten Dannemann mündlich verwarnt. Sie hat jetzt drei Tage Zeit, ihren Führerschein bei einer Polizeidienststelle ihrer Wahl vorzulegen. Kann sie nachweisen, dass sie im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis ist, ist die Sache aus der Welt.

Die RBBs kontrollierten zum dritten Mal die Geschwindigkeit in Bahnhof Büden. Eine Anwohnerin hatte sich bei der Polizei über viel zu schnelle Fahrzeuge vor ihrem Haus beschwert. Deutliche Überschreitungen des Tempolimits konnten jedoch bei den ersten Terminen nicht festgestellt werden.

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Gestern Mittag verlief es ähnlich. Bevor die Frau weiterfuhr, ließ sie sich von Karsten Dannemann erklären, wie sie an ihren Zielort Wörmlitz gelangt.

Papiere griffbereit

Der Audi-Fahrer hatte seinen Führerschein und die Fahrzeugpapiere gleich griffbereit. Mit 66 km/h war er innerhalb des Ortes gemessen worden. Karsten Dannemann riet ihm, seinen DDR-Führerschein gegen einen modernen umzutauschen. Die neuen Karten können im Verlustfall viel einfacher ersetzt werden. Wer an seiner grauen Pappe hängt, kann den Umtausch trotzdem wagen: Entwertet gibt es den alten Führerschein zurück.

In den kommenden Tagen und Wochen werden Nadin Hesse und Karsten Dannemann verstärkt Beleuchtungskontrollen an Fahrzeugen durchführen. Zudem sind Kontrollen in Leitzkau geplant. Vom Bürgermeister wurden sie auf die Situation an der Bushaltestelle aufmerksam gemacht. Trotz Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h würden dort Autofahrer so schnell vorbeipreschen, dass sogar die Mappen der Kinder umfallen würden. Dem Hinweis werden die Polizeibeamten nach Ende der Ferien nachgehen. Allerdings wird eine Geschwindigkeitskontrolle wohl nicht möglich sein, da der Abschnitt, der auf Tempo 30 begrenzt ist, zu kurz ist.

Pause

Nach dem eindrucksvollen Beginn mit zwei Geschwindigkeitsübertretungen in Bahnhof Büden kurz hintereinander, gab das Messgerät lange Zeit keinen Warnton mehr von sich. Der Bäckerwagen hielt sich genauso an die Geschwindigkeitsbegrenzung wie der Ford-Fahrer. Und der Lkw?

Schnell sieht es auf jeden Fall aus, wenn die großen Fahrzeuge in der Mitte der Fahrbahn ins Dorf einrollen und die farbigen Blätter der Straßenbäume ins Wirbeln bringen. Aber das Messgerät zeigte nur 40 km/h an.

Miz 70 durch den Ort

Ob Kleinwagen oder SUV, die nächsten sieben, acht Autofahrer hielten sich alle an die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h. Bis das blaue Coupé Bahnhof Büden erreichte und am Kontrollpunkt immer noch 70 km/h schnell war. Nadin Hesse ging mit der Kelle los, bloß versperrte genau in diesem Moment ein Lkw mit Anhänger die Kreuzung. Das blaue Coupé konnte nach links abbiegen und sich der Polizeikontrolle entziehen. Ein Verwarngeld in Höhe von 35 Euro hätte der Fahrer zahlen müssen.

Ihn zu verfolgen wäre nicht verhältnismäßig gewesen, erklärten die RBBs. Da sie aufgrund des Lkw den Fahrer nicht eindeutig sehen konnten, hätte dieser sagen können, er sei gar nicht gefahren.

Dass der Lkw die Kontrolle vereiteln konnte, habe zudem daran gelegen, dass die Messstelle nicht ideal gelegen sei. Aber um herauszufinden, ob in Bahnhof Büden gerast wird oder nicht, gab es keine andere Variante.

Versperrte Sicht

In Gommern gingen die Regionalbereichsbeamten gleich noch einem anderen Bürgerhinweis nach. Es hatte Beschwerden gegeben, dass der neue Schaltkasten der MDDSL in der Salzstraße die Sicht beim Ausfahren aus der Manheimer-Straße versperrt. Der Kasten steht direkt auf Höhe der Haltelinie des Stoppschildes.

Diese Haltelinie wollen die RBBs genauso wie die Haltelinie in der Martin-Schwantes-Straße an der Schloss-Apotheke oder in der Ernst-Thälmann-Straße in Dannigkow bei der nächsten Zusammenkunft mit dem Ordnungsamt der Stadt ansprechen.

Einbruchsschutz

Neben ihren Aufgaben im Straßenverkehr widmen sich Nadin Hesse und Karsten Dannemann dem Einbruchsschutz. Am Sonnabend, 27. Oktober, wird das Präventionsmobil des LKA in Gommern Station machen. Die RBBs sind mit einem Extrastand dabei, Kinder können den Streifenwagen erkunden. Darüber hinaus werden Hausbesitzer verstärkt sensibilisiert, es Einbrechern nicht zu einfach zu machen. Das heißt, Fenster und Türen zu schließen, wenn niemand da ist. Keine Leitern oder andere Werkzeuge griffbereit im Carport stehen lassen.

Zu Mirko Jekel vom Jugendclub Gommern haben die RBBs Kontakte geknüpft. Und für die Viertklässler und ihre Eltern gibt es noch diesen Monat zwei Veranstaltungen zu Cybermobbing.