Dörnitz/Altengrabow/Drewitz l Weil durch eine Vielzahl von Flüchtlingen in den Linienbussen mit Schülerbeförderung am Donnerstagmorgen kein Platz mehr war, mussten Dörnitzer und Drewitzer Kinder wieder nach Hause gehen statt zu ihrer Schule zu fahren. Dieses Szenario sollte sich nicht wiederholen.

Steffen Zärschler und Karl-Heinz Fröhlich, Regionalbereichsbeamte aus Möser, waren am Freitagmorgen an der Bushaltestelle am Gemeindehaus in Dörnitz und warteten auf den ersten Bus um 6.49 Uhr. Drei Kinder stiegen dort in den Bus ein. An der Bushaltestelle vor der Flüchtlingsunterkunft auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow stand zu dieser Zeit noch niemand. Weitere Kinder stiegen in der Straße der DSF in Dörnitz sowie am Kulturhaus in Drewitz in diesen Bus ein. Insgesamt waren es zwölf. Besorgte Eltern an der Haltestelle in Drewitz zeigten sich erleichtert über die Anwesenheit der Polizei. Stellten aber auch die Frage: „Musste es erst soweit kommen?“

In den zweiten Bus mit Abfahrt um 7.43 Uhr ab Gemeindehaus Dörnitz stieg nicht ein Kind an den drei betroffenen Haltestellen ein. Am Vortag nutzten noch rund 30 Mädchen und Jungen die beiden Busse. An der Haltestelle vor der Flüchtlingsunterkunft hingegen standen rund 20 Leute. Bei strömendem Regen und Temperaturen im unteren einstelligen Bereich warteten sie dort nur mit Decken bedeckt. „Die beiden Busse mit der Abfahrt 6.49 Uhr und 7.43 Uhr halten nicht an dieser Haltestelle und werden dies auch in Zukunft nicht tun“, erklärten die beiden Polizeibeamten. Damit soll gesichert werden, dass die Schulkinder Platz im Bus haben. Für die Flüchtlinge stehen die nachfolgenden Busse zur Verfügung.

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Dass sich die Zahl der Schulkinder an den Haltestellen so dramatisch von einem auf den anderen Tag verringert haben, lag sicher daran, dass sich der Vorfall vom Donnerstag schnell in den Dörfern rumgesprochen hatte. Die Eltern fuhren ihre Kinder lieber selbst zur Schule. Die Absicherung durch die Polizei war noch nicht bis zu ihnen vorgedrungen.

Spätere Busse nutzen

Für die Flüchtlinge stehen die nachfolgenden Busse zur Verfügung. Der nächste eine Stunde später in Richtung Burg war dann auch richtig voll besetzt.

Die Nahverkehrsgesellschaft Jerichower Land (NJL) hatte am Donnerstagabend noch die Ortsbürgermeister über die neue Situation informiert. „Wie soll ich denn am späten Abend noch die betroffenen Eltern informieren“, machte der Dörnitzer Ortsbürgermeister Frank König deutlich. Er regte an, für die Flüchtlinge einen Shuttle-Bus am Vormittag nach Burg und am Nachmittag für die Rückfahrt einzusetzen. „Dann würden solche Probleme wahrscheinlich nicht wieder auftreten.“

Für Unmut sorgen unter den Einwohnern auch die Hinterlassenschaften der Flüchtlinge an der Haltestelle in Drewitz. Nachdem schon einiges beräumt wurde, liegen dort noch immer Sachen.

Die Polizei wird auch nach den Herbstferien ab Montag, 26. Oktober, wieder vor Ort sein, um abzusichern, dass alle Schulkinder ihren Bus benutzen und zu ihrer Schule fahren können.