Burg l Wo immer in Burg Straßen aufgerissen und erneuert werden, ist auch der Wasserverband mit im Boot – und sorgt für neue Trink-, Regen- und Abwasserleitungen. Und wenn es um den Straßenbau geht, legt Burg bekanntlich ein Eiltempo vor, wofür letztlich auch die Landesgartenschau 2018 verantwortlich ist. Dass der Wasserverband (27 Mitarbeiter) dabei mit der Stadt an einem Strang zieht, ist für Geschäftsführer Mario Schmidt selbstverständlich. „Denn es geht ja auch darum, ein zum Teil über hundert Jahre altes Leitungsnetz auszutauschen und langfristig Reparaturkosten zu sparen“, erläutert er.

In dieser Hinsicht ist der Verband längst noch nicht am Ende der Investitionen, aber „schon gut vorangekommen“. Ein Beleg dafür sei auch die Tatsache, dass die Zahl der größeren Rohrbrüche zurückgegangen ist – von 50 im Jahr 2015 auf 30 in 2016. In allen Fällen war die Materialermüdung die Ursache. Bei der kürzlichen Havarie in der Blumenthaler Straße beispielsweise riss eine Gussleitung aus dem Jahr 1902. Bei allen Leitungsneuverlegungen werde jetzt auf Polyethylen (Kunststoff) gesetzt.

In diesem Zusammenhang sprechen auch die betriebswirtschaftlichen Zahlen für sich: Wurden im vergangenen Jahr Investitionen in Höhe von rund 2,5 Millionen Euro vorgenommen, sind für dieses Jahr – inklusive Fördermittel – sogar 3,5 Millionen Euro eingeplant. Dies sei auch möglich, weil sich der WVB wieder auf sicherem Kurs befindet.

Auch der positive Jahresabschluss von 146.000 Euro sei eine ordentliche Ausgangsbasis für die kommenden Monate. Mario Schmidt umreißt die Entwicklung so: „Nach Jahren 2014/2015 des Übergangs von der Oewa (der ehemalige Betriebsführer – d. Red.) sind wir wieder im Wasserverband angekommen und nach wie vor ein stabiler und verlässlicher Partner für unsere Kunden.“

Letztere wollen natürlich, dass das saubere Wasser reibungslos fließt und die Abwasser nach neuestem Standard geklärt werden. Auch dafür ist der WVB verantwortlich. So wurden im vergangenen Jahr etwa 1,3 Millionen Kubikmeter Trinkwasser von der Trinkwasserversorgung Magdeburg GmbH einkauft. Dafür mussten pro Monat knapp 75.000 Euro einkalkuliert werden; in der Kläranlage Blumenthal wurden 1,2 Millionen Kubikmeter Abwasser behandelt. Zudem hat der Verband 670 von 7000 Wasserzählern gewechselt.

Bei so vielen Arbeiten am Leitungsnetz werden die Beschäftigten des WVB übrigens auch im aufgeklärten Zeitalter jedes Jahr aufs Neue ins Staunen versetzt, wenn Verstopfungen im Schmutzwasserbereich mit großem Aufwand beseitigt werden müssen. Immerhin 110 solcher Fälle standen 2016 zu Buche. Dass dabei sogar Mäntel, diverse Verbandsmaterialien, Textilien oder Werkzeuge „geborgen“ werden, werfe jedes Mal etliche Fragen auf ...