Burg l Schwimmhallen-Leiter Frank Wedekind kann sich mit seinen Mitarbeitern und den Aktiven der Wasserwacht Burg mächtig freuen: Die Einrichtung im Goethepark gehört in puncto Kindersicherheit in Sachsen-Anhalt mit zu den besten.

Deshalb wird die jetzt überreichte Urkunde auch einen besonderen Platz in der Halle einnehmen – zumindestens so lange, bis die Sanierungsarbeiten beginnen. Denn dass die Jüngsten, die oftmals erst mit dem Wasser in Berührung kommen, in der Schwimmhalle jede Sekunde gut und sicher aufgehoben sind, ist ein besonderes Merkmal. „Darauf können wir stolz sein“, sagte Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD).

Vor allem auch, weil solch eine Zertifizierung nicht eben mal so im Handumdrehen, sondern nach strengen Kriterien vorgenommen wird, wie Dr. Sven Thomas vom Wasserrettungsdienst Halle/Saale und Christina Trebus von der Unfallkasse Sachsen-Anhalt betonten. „Dafür gibt es ganz klare und einheitliche Schwerpunkte“, sagte Thomas. Dazu gehörten unter anderem die Einweisung der Kleinen für das Bad, der Hinweis auf mögliche Gefahren, eine lückenlose Wasseraufsicht durch Betreuer oder andere Aufsichtspersonen oder die Absprache zur Hilfeleistung.

Karli geht baden

Ausgangspunkt für die Überprüfung der Bäder war die gemeinsame Aktion „Karli geht baden“ von Unfallkasse und Wasserwacht Halle. Ziel war es, die Kinder für das Schwimmen zu begeistern. Daran nahmen immerhin 800 Jungen und Mädchen teil. Und 50 Erzieher qualifizierten sich in Form von Seminaren für dieses Projekt, betonte Trebus. Unterstützung leisteten dabei die Wasserwachten Burg, Magdeburg, Sangerhausen, Quedlinburg und Bernburg.

In diesem Zusammenhang wurden gleichzeitig zwölf von 24 Schwimmhallen in Sachsen-Anhalt unter die Lupe genommen und die Sicherheitsstandards für Kinder kontrolliert. Das Resultat: Fünf wiesen erhebliche Mängel auf, sechs schnitten mit „Gut“ und eine Einrichtung mit dem Prädikat „Ausreichend“ ab.

Weniger erfreulich ist die Lage allerdings bei den Freibädern, so Thomas. Bei acht von elf überprüften Objekten gab es Kritikpunkte, die abgestellt werden sollten. Nicht zuletzt deshalb, weil sich laut einer Untersuchung die meisten tödlichen Badeunfälle im Vorschulalter ereigneten. „Deshalb ist es für die Sicherheit der Kinder wichtig, dass sie bereits mit drei Jahren an das Wasser gewöhnt werden“, sagte Trebus. Die Unfallkasse bietet dafür auch spezielle Seminare an.

In Burg jedenfalls würden die Kleinen gute Bedingungen für den Schwimmunterricht vorfinden, bestätigte Thomas. Dagegen sei die Lage in Sachsen-Anhalt eher besorgniserregend. Im Land fehlten mehr als 50 Hallen, um das durchschnittliche Versorgungsniveau der Bundesländer zu erreichen. „Und Schulschwimmhallen gibt es gar keine.“

Sanierung steht bevor

Stadtchef Rehbaum blickte bei der Übergabe der Urkunde optimistisch in die Zukunft. Denn die Schwimmhalle wird ab Mitte des Jahres für mehr als neun Millionen Euro grundlegend saniert. Nach einer Durststrecke – Schulen, Vereine und Einwohner müssen sich Alternativen suchen – stehe dann eine moderne und technisch neuwertige Halle zur Verfügung, „in der der Schwimmunterricht garantiert noch mehr Spaß machen wird“.