Quarantäne seit 2014

Der Asiatische Laubholzbockkäfer ist vor allem in China, Korea und Taiwan heimisch. Durch Verpackungsholz kam er nach Europa. 2014 wurde er erstmals in Magdeburg nachgewiesen.

Die Käfer haben in Deutschland keine natürlichen Feinde. Er kann in kurzer Zeit große Laubbäume und ganze Baumflächen komplett zerstören.

Befruchtete Weibchen legen 30 bis 200 Eier in mehreren Schüben in vorgefertigte Eitrichter unter der Rinde ab.

Die Larven benötigen in Europa eine Entwicklungszeit von knapp zwei Jahren. Der Käferschlupf kann von Mai bis Oktober erfolgen.

Bevorzugte Wirtspflanzen: Ahorn, Kastanie, Pappel, Weide, Platane, Erle, Birke, Hainbuche, Kuchenbaum, Baumhasel, Buche, Esche, Blasenbaum, Platane, Linde und Ulme.

Mit über 260 Pheromonfallen am Rand der Quarantänezone wird kontrolliert, ob sich Käfer im Gebiet befinden. Es wird nach dem Wirtsbaum gesucht, der befallen ist.

Biederitz/Möser/Magdeburg l  Die Quarantänezone erweitert sich damit ins Jerichower Land. „Wir suchen fieberhaft nach den Wirtsbäumen. Wir haben sie noch nicht gefunden“, erklärte Hans-Ulrich von Wulffen, Abteilungsleiter für Acker- und Pflanzenbau an der für die Käferbekämpfung zuständigen Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Bernburg. Er bestätigte, dass am 10. und 15. August 2018 wieder zwei lebende männliche Exemplare in Fallen gefunden wurden. Die beiden Fallen hingen im Wiesenpark in der Nähe der Ehle sowie am Ostufer des Neustädter Sees. Zuvor war der letzte Wirtsbaum im Juli 2017 entdeckt worden.

Bäume werden kontrolliert

„Gegenwärtig sind unsere Inspektoren und Baumkletterer dabei, um die Standorte der aktuellen Fänge herum erneut die Bäume zu kontrollieren, denn ein gefangener Käfer bedeutet, es muss doch noch ein Baum mit mindestens einem Ausbohrloch gefunden werden“, erläuterte Ursel Sperling, ALB-Expertin bei der Landesanstalt. „Außerdem bereiten wir einen weiteren Einsatz von ALB-Spürhunden für den Herbst 2018 vor.“

Die Wirtsbäume müssen sich im Umfeld von 150 Metern um die Falle mit dem Tier befinden. So weit reicht der Lockstoffcocktail. „Die beiden Fänge passen zum zweijährigen Entwicklungszyklus des ALB, denn die letzten Fänge in den Lockstofffallen wurden 2016 gemacht“, erklärte Ursel Sperling weiter. Die aktuelle Flugzeit des Käfers dauert noch bis Ende Oktober.

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Verlängerung bis 2022

Bislang galt die Quarantänezone bis Juni 2021. Sie muss nun bis August 2022 verlängert werden. Gerechnet wird immer vier Jahre vom letzten Fund. So lange dauern zwei Entwicklungszyklen des Käfers. Außerdem wird die Zone um etwa 200 Meter nach Osten erweitert, gemessen vom neuen Wirtsbaum.

Das Land lässt sich die Bekämpfung des ALB einiges kosten. Alles in allem waren bisher rund zwei Millionen Euro eingeplant, um vor allem die fünf besonders gefährdeten Baumarten, die „Big Five“, Weide, Rosskastanie, Ahorn, Pappel und Birke, zu schützen.

Erstmals 2016 nachgewiesen

Seit 2014 treibt der Asia-Käfer sein Unwesen in der Region. Im Herbst 2016 wurde er erstmals Jerichower Land nachgewiesen. 5760 Hektar umfasst die Quarantänezone. Im Kreis sind vor allem die Gemeinden Biederitz und Möser betroffen.

450.000 Bäume werden in der Zone bisher überwacht, 20.000 davon besonders intensiv durch den Einsatz von Baumkletterern oder Hebebühnen. Bislang mussten über 10.000 Laubgehölze vorsorglich gefällt werden.

Über 20 Mitarbeiter

„Das wird nochmal richtig Geld kosten“, rechnet von Wulffen nach den neuesten Fällen. „Ich höre schon das Finanzministerium Beifall klatschen.“ Aber es muss sein. Dem Käfer ist chemisch nicht beizukommen. Wenn sich die Larve in den Baumstamm gefressen hat, kommt dort kein Bekämpfungsmittel mehr hin. Über 20 Mitarbeiter wurden für vier Jahre von der Landesanstalt unter Vertrag genommen.

Wie lange es bis zum Erfolg dauern kann, zeigt ein Beispiel aus Bayern: Dort fand man 2004 den ersten Käfer und erst 12 Jahre später konnte die Quarantäne beendet werden.