Hochwasserschutz

Reicht das Geld für einen Deich in Alt Lostau?

Verzögern sich die Planungen für einen Deich bei Alt Lostau weiter? Wird überhaupt einer gebaut? Die Anwohner haben Anlass zur Sorge. Das berichtete Claus Dieter Müller bei der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates.

Von Anke Reppin
Blick auf Alt Lostau: Hier tobten 2002 und 2013 die Wassermassen bei den großen Elbehochwassern. Schon lange ist ein Deich zum Schutz des Ortes im Gespräch.
Blick auf Alt Lostau: Hier tobten 2002 und 2013 die Wassermassen bei den großen Elbehochwassern. Schon lange ist ein Deich zum Schutz des Ortes im Gespräch. Foto: Anke Reppin

Lostau - Zwei Mal hat Claus Dieter Müller sein Haus in Alt Lostau neu aufgebaut. Nach dem Jahrhunderthochwasser 2002 und nach dem folgenden, noch dramatischeren Elbehochwasser 2013. „Wir konnten mit dem Boot durch das Haus fahren“, ist Müller heute noch fassungslos. So wie ihm geht es vielen Alt Lostauern. Sie alle haben die Bilder, wie das Hochwasser in ihrem Ort Häuser, Straßen, Wege und unzählige persönliche Dinge zerstört, noch klar vor Augen.

Wieder mehr Druck reinbringen

2013/14 baut Müller anderthalb Jahre lang sein Haus deshalb wieder auf, weil das Land Sachsen-Anhalt seine Zusage gegeben hat, hier zum Schutz des Ortes einen Deich zu bauen. Schon im September 2013 hatte der zuständige Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) erklärt, Lostau stehe auf der Dringlichkeitsliste „weit oben“. Im November 2014 waren durch das Bauamt der Gemeinde Möser vier mögliche Varianten im Ortschaftsrat Lostau vorgestellt worden. Der LHW hatte damals als Baubeginn 2016/17 im Visier.

„Bekommen wir überhaupt einen Deich?“, fragt Claus Dieter Müller heute, fünf Jahre nach dem geplanten Baubeginn, in der Sitzung des Ortschaftsrates. Die Anwohner hätten Grund zur Sorge, berichtet der Alt Lostauer. Es habe mehrere Gespräche mit Ronald Günther, zuständiger Flussbereichsleiter des LHW, gegeben. Die geschätzten Kosten für einen Deich lägen inzwischen bei fast zehn Millionen Euro. Geld, dass zurzeit offenbar nicht zur Verfügung stünde. „Was kann die Gemeinde unternehmen, damit hier wieder mehr Druck reinkommt?“, fragte Müller.

Lostaus Ortsbürgermeister Thomas Voigt bestätigte im Ortschaftsrat, dass hier „etwas im Argen“ liege. Es gebe Probleme. Aus seiner Sicht ist aber eines ganz klar: Der Deich wird gebaut. Wann das sein wird, das sei die Frage.

Der Druck, den sich Claus Dieter Müller und viele andere Alt Lostauer wünschen, könne nur „auf der politischen Schiene“ ausgeübt werden, sagte Voigt. Und auch, dass er sich vom LHW gewünscht hätte, dass die Gemeinde und der Ort über die Probleme informiert worden wären. Zuletzt hatte es für Lostau vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz im November 2020 eigentlich positive Signale gegeben: Zur Jahreswende 2020/21 sollte das Vorhaben zur Genehmigung eingereicht werden, hatte Ronald Günther angekündigt. Die Planungen des LHW sehen einen neuen Deich auf einer Länge von 2,1 Kilometern vor. Der Deich soll nach seiner Fertigstellung das alte Dorf und südliche Ortsteile Lostaus bei Hochwassern der Elbe schützen.