Schermen l Im Jahr 2018 waren die beiden Glocken im Schermener Kirchturm vom Glockensachverständigen der Evangelischen Landeskirche Anhalts stillgelegt worden. Die Klöppel, die im Inneren der Glocken für den Ton verantwortlich sind, drohten rauszuspringen, befand der Sachverständige. Zudem sei die Anlage veraltet. Die Motoren saßen damals auf den oberen Balken des Jochs, und an zwei großen Rädern waren eiserne Ketten angebracht, die die Glocken zum Schwingen brachten.

Zwei ganze Weihnachtsfeste und viele Monate lang mussten die Schermener nach der Stilllegung auf ihre Glockenklänge anschließend verzichten. Die Kirchengemeinde blieb währenddessen alles andere als untätig – sie organisierte die aufwändige und teure Reparatur. Im Dezember 2020 war es dann soweit: Glockentechnik Schmidt, ein Glockenbauer aus Berlin, reiste an, ersetzte die Klöppel und installierte die neue Anlage.

Die Motoren wurden ersetzt

Dadurch hat sich im Schermener Glockenstuhl einiges verändert. „Die Elektrik und die Steuerung wurden komplett erneuert“, sagt Martin Frehse. Er ist ehrenamtlicher Küster der evangelischen Kirche in Schermen. Die Motoren seien ersetzt worden, sie seien vermutlich aus den 30er Jahren gewesen, so Frehse.

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Und während das 18-Uhr-Geläut und das Einläuten des Sonntages an jedem Sonnabend jetzt automatisch erfolgen, kann Martin Frehse die Glocken zu anderen Gelegenheit sogar von zuhause aus steuern. Per Fernbedienung.

„Der Glockenbauer hat mir geraten, die Fernbedienung lieber zu verstecken, wenn die Enkelkinder zu Besuch sind“, lacht der Küster. Denn die Fernbedienung für die Glockenanlage ist keine Spielerei, aber eine echte Erleichterung. So kann beispielsweise auch Pfarrerin Sandra Trottner das Glockenläuten der Kirche vom Schermener Friedhof aus während einer Trauerfeier in Gang setzen.

Die moderne Apparatur sorgt dafür, dass die Glocken jetzt viel sanfter in Schwung gebracht und nach dem Läuten wieder gestoppt werden. Das schont die Glocken, sagt Martin Frehse.

Glocken brauchen auch neuen Anstrich

Die Glocken selbst seien vor rund 100 Jahren ausgetauscht worden. Damals seien die Bronzeglocken für den Weltkrieg gebraucht worden. Die Kirche erhielt eiserne Glocken.

13 000 Euro haben die Reparatur und Modernisierung der Anlage und des Glockenstuhls gekostet. Etwa 4000 Euro sind für die Reparatur bereits an Spenden eingegangen. Dafür ist Martin Frehse dankbar. Besonders auch für die tatkräftige Unterstützung der Familie Henschel, die beim Bäcker eine Spendenbox aufgestellt habe. Jeder Euro sei hier weiterhin willkommen.

Wer mag, der kann aber auch Geld als Spende überweisen. Das geht an das Kreiskirchenamt Magdeburg unter dem Verwendungszweck „Spende Glocke Schermen“. Die IBAN lautet DE38 8105 4000 0511 0026 45. Bitte den Absender für die Spendenquittung nicht vergessen, erinnert Küster Martin Frehse.

Und das Geld werde wirklich dringend gebraucht, denn noch sind die Kosten für die Reparatur nicht zusammen, da wird schon die nächste Maßnahme notwendig. Die schon stark verrosteten Glocken brauchen auch einen neuen Anstrich, hatte der Sachverständige ebenfalls festgestellt. „Da kann man nicht einfach irgendeine Rostschutzfarbe nehmen“, sagt Martin Frehse. Auch da müsste eine Spezialfirma mit Spezialfarbe ran. Kostenpunkt pro Glocke: Noch einmal rund 3000 Euro.