Gerwisch l Angler stellten das Fischsterben größeren Ausmaßes am Gerwischer Baggersee I fest. Bei einem sofort anberaumten Vor-Ort-Termin nahmen Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Anglerverein und die untere Wasserbehörde beim Landkreis die Situation in Augenschein. Eine eilig anlaufende Rettungsaktion sollte verhindern, dass weitere Fische sterben. Die Feuerwehr ließ Wasser in den umgekippten See. Doch der Versuch, den See auf diese Weise zu „belüften“, also mit Sauerstoff anzureichern, verlief erfolglos, wie Mösers Bürgermeister Bernd Köppen bei der Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend informierte. Der gemessene Sauerstoffgehalt tendierte nach wie vor gegen Null. Der Rettungsversuch wurde eingestellt. Die Feuerwehr aus Möser kam deshalb zum Einsatz, weil der Baggersee zwar nahe Gerwisch, aber noch in der Gemarkung Lostau liegt.

Dem Fischerverein Burg als Fischereipachtberechtigtem und dem Anglerverein Gerwisch blieb nach dem erfolglosen Rettungsversuch nur, Angelfreunde aus anderen Vereinen in Sachsen-Anhalt um Hilfe beim Abfischen der Kadaver zu bitten.

Rettung misslang

Knapp 700 Angler waren angeschrieben, bei der Beseitigung der toten Tiere zu helfen. Mehr als 100 Helfer kamen in Wathose, mit Köchern und Forken, um die Fische einzusammeln und abzufischen. Nur wenige Fische, darunter einige Aale, konnten gerettet werden. Die meisten Fische im See starben. Etwa fünf Tonnen toter Fische landeten im bereit gestellten Kadavercontainer.

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Das Fischereigesetz des Landes Sachsen-Anhalt sieht beim Auftreten eines solchen Fischsterbens vor, dass nachhaltig geschädigte Fische unverzüglich zu töten sind. Tote Fische sind aus dem Gewässer zu räumen.

Schwerwiegende Folgen

Ein See gerät in der Regel durch die Zunahme an Nährstoffen und dem damit einhergehenden erhöhten Wachstum von Wasserpflanzen aus dem Gleichgewicht. Wenn die Algen dann absterben und verrotten, entziehen sie dem Wasser Sauerstoff. Dann reicht schon ein kleiner Auslöser – wie das warme Wetter der vergangenen Wochen – um den See kippen zu lassen. Denn warmes Wasser enthält ohnehin schon weniger Sauerstoff als kaltes Wasser. Damit sind die heißen Temperaturen zwar der Auslöser, aber nicht die eigentliche Ursache.

Das Umkippen des Baggersees hat schwerwiegende Folgen: Es kann Jahrzehnte dauern, bis sich Gewässer und Fischbestand wieder erholen.