Burg l Es wurde doch noch einmal spannend in Sachen Rolandfest bei der Stadtratssitzung. Nachdem sowohl der Kultur- und Sozialausschuss als auch der Hauptausschuss dafür gestimmt hatten, das Fest 2020 auszusetzen, um 2021 mit einer neuen Version wieder dabeizusein, wurde am Mittwochabend die Diskussion noch einmal eröffnet.

Der fraktionslose Volker Voigt (Bündnis90/Die Grünen) griff die Diskussion um das Niveau des Festes auf und regte an, „endlich mal eine vernünftige Weihnachtsbaumbeleuchtung anzuschaffen“. Gerry Weber (CDU/FDP) kritisierte das Vorgehen als nicht zielführend und fand es nicht in Ordnung, dass der Fachbereich Tourismus und Veranstaltungen einfach entscheide, das Fest zum zweiten Mal abzusagen. Dem widersprach Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD). Es gehe nicht um den Fachbereich allein, vielmehr herrsche breite Einigkeit, dem Rolandfest ein neues Gesicht zu verpassen und es auch besser in die zahlreichen neuen Veranstaltungen einzufügen.

Keine Einigkeit bei CDU/FDP-Fraktion

Gerald Lauenroth (AfD/FWG Endert) wehrte sich gegen den als scharfes Schwert der Kritik angeführten Kulturstammtisch. Die Stadträte seien in der Verantwortung gegenüber den Bürgern, „nicht selbst ernannte Kulturfachleute“. Er werde auf der Straße angesprochen, ob denn die Stadtverwaltung wolle, dass bei solchen Festen nur noch Kaffee und Tee getrunken werde. Natürlich sei der Kulturstammtisch nur von beratender Funktion, meinte Kerstin Auerbach (SPD/Die Linke/BFW/Dr. Wolffgang). Aber doch nicht dessen Meinung allein habe zu der Entscheidung geführt. „Ich finde die Denkpause gut“, sagte sie.

Das traf so gar nicht den Nerv von Gerry Weber. „Jede abgesagte Kulturveranstaltung ist ein Schlag gegen die Kultur“, meinte er. Es könne doch nicht sein, dass einfach so entschieden werde, eine Denkpause von zwei Jahren zu machen. Denn in der Tat würde es zwei Jahre bis zum nächsten Rolandfest dauern. Lauenroth fand das Thema so wichtig, dass er eine namentliche Abstimmung beantragte.

Knappe Mehrheit für Pause

Während die Fraktionen SPD/Die Linke/BFW/Dr. Wolffgang (Ja) und AfD/FWG Endert (Nein) geschlossen abstimmten, gab es bei CDU/FDP Ja- und Nein-Stimmen sowie Enthaltungen. Am Ende stimmte eine knappe Mehrheit von 16 Stadträten und Bürgermeister bei 13 Nein-Stimmen für die Pause.