Burg l In ihrem Buch „Geschwister“ nimmt die Schriftstellerin den Leser mit auf eine Tour durch Burg. Diese wurde von den Akteuren des Kulturstammtisches nun abgelaufen. Kulturstammtischmitglied, Reimann-Fan und Stadtratsmitglied Reinbern Erben moderierte die einzelnen Stationen und Dominik Patté, Sprecher des Burger Kulturstammtisches, las die passenden Textpassagen vor.

Kommt der Rundgang zur Laga?

Treffpunkt und Beginn war das Reimann-Wohnhaus in der Neuendorfer Straße. Hier ist auf dem Gehweg im Straßenpflaster auch eine Gedenktafel eingelassen. Von dort ging es an der Brigitte-Reimann-Promenade vorbei in die Altstadt.

„Man möchte nicht in ihr wohnen - doch reizt sie das Malerauge“, so liebevoll und doch voller Widerspruch umschrieb Reimann diesen Teil der Stadt. Beim Lesen dieses Textteils mussten die Teilnehmer schmunzeln.

Bilder

Viele Stationen

Am Hexenturm nutze Roland Stauf von der Reimann-Gesellschaft die Gelegenheit und prüfte mit seinem Telefon die Lesbarkeit des dortigen QR-Codes, der den Hexenturm auf den mobilen Endgeräten des Nutzers darstellen soll. „Da gibt es je nach Betriebsystem noch Optimierungspotenzial“, schmunzelte er.

Beeindruckend das Gleichnis, welches Brigitte Reimann am Hexenturm ereilte: „Hockend wie Luzifer zu Jesus sprechend: Sieh, dies alles könne deins sein“.

Von der Katzentreppe zum Unterm Hagen folgend, verharrte die Gruppe vor der ehemaligen Schuhfabrik „August Voigt“ an der Karl-Marx-Straße.

Sein Ende fand der literarische Spaziergang am Markt. „Das Buch hat viel, viel mehr Facetten - die wesentlichen sind wir heute abgelaufen“, so Erben und er sagte: „Ich hoffe das ich sie alle von der Idee begeistern konnte und auch davon das Buch zu lesen.“

Reger Austausch

Im Café Rotfuchs kam es dann zu einem regen Gedankenaustausch. Allen war bewusst, dass man sich hier mit einem speziellen Thema auseinandersetzt. Es steht aber auch außer Frage, dass dem Reimann-Erbe ein Podium geboten werden muss. In der Diskussion ging es nicht mehr um das „Was“ sondern um das „Wie“. Karin Zimmer vom Heimatverein schlug vor, die Informationen zu Reimann in die schon vorhandenen Stadtrundgänge einzubetten. Das wiederum lehnte Reinbert Erben ab. Er könne sich nur einen allein für sich stehenden Reimann-Rundgang vorstellen. „Nur über die persönliche Begegnung mit einer richtigen Textlesung an den beschriebenen Orten, wäre der Idee als auch der Person Reimann angemessen“, so Erben.

Andrea Gottschalk von der Stadtverwaltung wies auf die technische Umsetzung hin: „Wir arbeiten zur Vorbereitung auf die Laga eng mit dem Frauenhofer-Institut zusammen. Dort sollen die Rundgänge durch Burg visualisiert werden. Vielleicht kann man das zusammenführen.“ Eine kurzfristige Realisierung der Idee - eventuell schon zur Landesgartenschau 2018 - stehe aber nicht im Vordergrund.

Schwerpunkt sei gründliche Erarbeitung des Rundganges - mit vielen Hintergrundinformationen und sogar Filmsequenzen. Roland Stauf: „Wir haben eine Kabarett-Truppe und eine Theater-AG. Beide sind doch qualifiziert dafür, die Technik haben wir auch - da sollte was zu machen sein.“