Biederitz l Unbekannte hätten die Giebelwand eines privaten Mehrfamilienhauses im Ahornweg mit einem großen Graffiti verunstaltet, teilte das Polizeirevier Jerichower Land am Montag mit. Auf einer Länge von knapp drei Metern sei die Wand im Laufe des vergangenen Wochenendes mit silberner Farbe beschmiert worden.

Erst am Wochenende davor hatte es an den Spielgeräten auf der Kantorwiese und am Häuschen der öffentlichen Toiletten in diesem Bereich ebenfalls Schmierereien gegeben. Großflächig wurde dabei das Toilettenhaus beschädigt. Ein Spielgerät mit Kletterhaus ist nun voll und ganz mit verschiedenen Schriftzügen übersäht. Auch der Bahnhof ist ein beliebtes Ziel für Schmierereien aller Art, ebenso die Bushaltestellen in den Ortschaften.

5000 Euro Kosten wegen Graffiti

Allein der Gemeinde Biederitz entstünden durch solche Art der Sachbeschädigung jedes Jahr Kosten von rund 5 000 Euro, sagte Gemeindebürgermeister Kay Gericke (SPD). Stundenlang säubern die Gemeindearbeiter regelmäßig solche Flächen und malern Wände neu.

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„Das ist ein ärgerliches Problem“, so Gericke. „Und es kommt ständig etwas Neues dazu.“ Es seien oft Dinge, die der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, an denen die Sachbeschädigungen begangen werden.

Hohe Kosten für die Gemeindekasse

Die Säuberung und die Malerkosten müssten aus der Gemeindekasse, also auch von den Einwohnern getragen werden. „Wenn jemand das Bedürfnis hat, etwas zu besprühen, dann finden wir sicher Möglichkeiten, wie das legal geht, wo etwas offiziell besprüht werden kann“, bietet der Bürgermeister an.

Die Gemeinde stelle bei jedem illegalen Fall eine Strafanzeige, sagt Gericke. Zwei Mal in zwei Jahren sei es vorgekommen, dass die Täter bekannt geworden sind. Und was erwartet die Täter in einem solchen Fall? „Oftmals sind das Jugendliche“, sagt der Biederitzer Regionalbereichsbeamte Oliver Großmann. „Da kann es auch schon mal Sozialstunden oder sogar Arrest geben.“ Das sei aber selten.

Die Strafen stünden aus seiner Sicht in keinem Verhältnis zum entstandenen Schaden. Um ein Graffiti wie am Mehrfamilienhaus im Ahornweg zu entfernen, müsse viel Geld in die Hand genommen werden, ist sich Großmann sicher, der für die Polizei am Tatort war. Sollten der oder die Täter dingfest gemacht werden, kann der Eigentümer versuchen, seine Kosten einzuklagen. Das wiederum setze voraus, dass beim dann Täter auch Geld zu holen sei.

Polizei geht von einem Täter aus

Einen Täter zu stellen, bedeute, diesen auf frischer Tat ertappen zu müssen, wie er gerade ein illegales Graffiti sprüht. „Wenn wir in einigen Metern Entfernung einen Jugendlichen antreffen, der im Rucksack eine Sprayflasche mit der gleichen Farbe hat – das reicht dem Staatsanwalt nicht aus“, sagt der Regionalbereichsbeamte. Im Moment würde jemand offenbar mit einer frischen Sprayflasche durch die Ortschaft ziehen. „Wir gehen aufgrund der Art der Schriftzüge von demselben Täter aus“, so Oliver Großmann.