Burg l Wie aus einem historischen Haus, das einst dem Verfall preisgegeben wurde, ein zeitgemäßes Bürogebäude entstehen kann, ist am ehemaligen Schlachthof-Gelände bereits von außen sichtbar – an Dach, den urigen Fenstern aus Eichenholz und der Fassade, die mit einem Wasser-Sand-Gemisch abgestrahlt wurde. Innen im entkernten Rohbau sieht alles noch offen aus, hier wird unter anderem seit Wochen gehämmert, gebohrt und gemauert. Nach der Pause, die wegen einer so genannten baufachlichen Prüfung des Landesverwaltungsamtes nötig wurde, sorgen wieder Handwerker für Leben im Gebäude und begannen jetzt mit dem zweiten Bauabschnitt, der Sanierung. „Vor den Firmen liegt ein gewaltiger Berg Arbeit“, sagt Planer Klaus Wegner, der sich seit Jahren mit jedem Winkel des Gebäudes beschäftigt. Immerhin wird eine Summe von 1,6 Millionen Euro verbaut.

Problem mit Hausschwamm

Jetzt geht es darum, aus dem entkernten Rohbau einen bewohnbaren Zuschnitt zu schaffen. Vor allem Betonbauer und Maurer haben alle Hände voll zu tun: Steine müssen ersetzt, der Kellerfußboden sowie Wände erneuert und ausgebessert werden. „Das ist mit viel Feinarbeit verbunden, weil solche Ausbesserungen später nicht mehr ins Auge fallen dürfen“, sagt Wegner. Auch die Bauwerksabdichtung um das historische Haus herum gehört zu den Schwerpunkten. Bei dem Hohlraummauerwerk kein leichtes Unterfangen. Die Experten müssen immer noch den echten Hausschwamm im Blick haben, der große Teile des Holzes befallen hatte. Die Schädigung betraf zahlreiche Holzbauteile – von den Fußbodenbrettern, Deckenbalken bis hin zur Dachkonstruktion, Einschüben und Fachwerkteilen. „Deshalb werden immer noch weitere Untersuchungen durchgeführt.“

Gebunden sind mittlerweile die Gewerke Heizung, Sanitär, Lüftung, Elektroinstallation, Maler und Trockenbau, „wobei regionale Firmen die jeweiligen Arbeiten ausführen“, betont die zuständige Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, Karola Ziegler. Insgesamt wurden 19 Lose ausgeschrieben. In dem Gebäude, das einmal Sitz des Burger Bauhofes werden soll, entstehen fünf Büroräume, ein Druckerraum, eine Küche, zwei Toiletten und ein Besprechungsraum. Dann wird aus zwei Bauhofstandorten einer.

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Übergabe 2019

Die Übergabe des sanierten Verwaltungsgebäudes ist im kommenden Jahr vorgesehen. Daneben ist auch die Sicherung des Nachbargebäudes, der ehemaligen Freibank, geplant – also Entkernung, Holzschutz, Neueindeckung des Daches nach statischer Überprüfung des Dachstuhls. Dafür sind 250.000 Euro veranschlagt. Nutzbar wird das Freibank-Gebäude damit noch nicht. Das dazugehörige Areal des Schlachthofes wird während der Landesgartenschau als Großparkplatz für 800 Fahrzeuge dienen.