Burg l Die Mitarbeiter der ersten Baufirma sind ein eingespieltes Team. Jeder weiß, mit welchen Handgriffen die Teile am schnellsten aus dem Beton gestemmt werden können. Binnen kürzester Zeit haben sie in fünf Räumen die Fensterreihe auf der Südseite des Gebäudes gewechselt, wobei ein Element jeweils auf fünf Fenstern besteht. Insgesamt müssen 397 Fenster ausgetauscht werden.

Damit ist der Anfang für die grundhafte energetische Sanierung des Gebäudes gemacht, denn die Stadt kann die Grundschule mit Hilfe des Förderprogramms Stark III und des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) auf den technisch neuesten Stand bringen, sagt Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), der die Arbeiter zum Auftakt des Projektes gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten und Stadtratsvorsitzenden Markus Kurze (CDU) über die Schultern schaute.

Arbeiten gehen in Sommerferien weiter

2,2 Millionen Euro werden insgesamt in das Objekt investiert, wobei die Stadt 1,25 Millionen Euro für die energetische und knapp 288.000 Euro für die allgemeine Sanierung erhält. Die restlichen 662.000 Euro müssen als Eigenmittel zur Verfügung gestellt werden.

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Nach dem zügigen Start gehen die Arbeiten nun in den Sommerferien, die in Kürze beginnen, weiter. Dann werden sich mehrere Fachfirmen die Klinke in die Hand geben, um während der unterrichtsfreien Zeit möglichst viel zu schaffen, erläutert Fachbereichsleiterin Sonnhild Noack von der Stadtverwaltung. So stehen umfangreiche Fassadensanierungen und -dämmungen ebenso auf dem Plan wie der weitere Einbau von Fenstern, inklusive Sonnenschutz mit 27 Raffstoreanlagen an der Südseite sowie Putz- und Malerarbeiten. Allein beim Wärmeverbundsystem müssen ganze 1340 Quadratmeter verbaut werden. Auch eine moderne Lüftungsanlage in allen Klassenräumen und im Speiseraum soll für ein angenehmes Klima sorgen. Die Stadt setzt dabei auf den Einbau von 17 Lüftungsgeräten. Darüber hinaus wird der Kellerbereich auf einer Fläche von 900 Quadratmetern gedämmt. „Daneben wird noch Geld aus einem weiteren Fördermittelprogramm für den Einbau eines Aufzuges investiert, um die Schule barrierefrei zu machen“, sagt Lutz Petermann, Sachgebietsleiter Gebäudemanagement/Liegenschaften.

Keine Beeinträchtigungen für Unterricht

Die gesamten Arbeiten werden bis Mai 2021 in mehreren Teilabschnitten durchgeführt – möglichst ohne Beeinträchtigungen für den Unterricht. „Wir haben uns dazu mit der Schulleitung mehrfach abgestimmt. Weil ausreichend Räume zur Verfügung stehen, können die Klassen den Unterrichtsort wechseln“, so Petermann. Dennoch sei klar, dass es ohne Baulärm nicht gehen werde. So sollen die lärmintensivsten Tätigkeiten dann nach den Ferien jeweils zum Schulschluss auf der Tagesordnung stehen. Dies müsse dann besonders koordiniert werden, so Rehbaum.

In der Grundschule Burg-Süd werden derzeitig 161 Kinder von neun Lehrern und einer Schulsozialarbeiterin betreut. Im Gebäude befindet sich ebenfalls ein Kindergarten mit mehr als 100 Jungen und Mädchen, über den die Hortbetreuung vor und nach dem Unterricht für die Schüler abgesichert ist. Daneben werden noch 30 Kindergartenkinder betreut.

Wohngebiet Burg-Süd soll aufgewertet werden

Die Investition in die Schule sei auch ein klares Bekenntnis für das Wohngebiet Burg-Süd, betonen Rehbaum und Kurze. Ist das Gebiet noch vor mehr als zehn Jahren beim so genannten Demographiecheck wegen der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung in puncto Fördermittel klar durchgefallen, hat sich die Entwicklung heute umgedreht, versichert Rehbaum. „Burg-Süd hat Zukunft.“ Auch der Bau einer neuen Kindertagesstätte durch das DRK ganz in der Nähe der ehemaligen Kita werde das Areal deutlich aufwerten, so Kurze. Zugleich wolle die Stadt in Süd und Richtung Alte Kaserne weitere Flächen als Bauland entwickeln.